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Sabine Braun: Nachhaltigkeit muss zum "Proofpoint" werden

Was lösen die neue GRI-Leitlinie und die Diskussion um eine europäische Nachhaltigkeitsberichtspflicht in Unternehmen aus? Darüber und was es bewirkt, wenn Praktiker als Hochschuldozenten tätig werden, spricht die Geschäftsführerin der Münchener Agentur akzente kommunikation und beratung, Sabine Braun, im CSR NEWS-Partnerinterview. Die Fragen stellte Achim Halfmann.

München (csr-news) – Was lösen die neue GRI-Leitlinie und die Diskussion um eine europäische Nachhaltigkeitsberichtspflicht in Unternehmen aus? Darüber und was es bewirkt, wenn Praktiker als Hochschuldozenten tätig werden, spricht die Geschäftsführerin der Münchener Agentur akzente kommunikation und beratung, Sabine Braun, im CSR NEWS-Partnerinterview. Die Fragen stellte Achim Halfmann.

CSR NEWS: Welche CSR-Herausforderungen haben Sie und Ihre Kollegen in den zurückliegenden Wochen besonders beschäftigt?

Sabine Braun: Naheliegenderweise haben uns die Entwicklungen im Bereich Reporting besonders beschäftigt. Mit der neuen GRI-Leitlinie G4 rückt Wesentlichkeit noch stärker in den Mittelpunkt. Wie damit umzugehen ist und welche Methoden heranzuziehen sind, beschäftigt unsere Kunden derzeit sehr und wir wollen ihnen hier ein stringentes und belastbares Verfahren bieten. Hierzu haben wir in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert und auch bereits erste Projekte umgesetzt, in denen wir unsere Verfahren erproben. Zudem scheint die Diskussion um die europäische Berichtspflicht immer mehr Unternehmen zu inspirieren, einen Nachhaltigkeitsbericht anzugehen, so dass wir nun einem sehr interessanten und arbeitsreichen Halbjahr entgegensehen.

Welche CSR-relevanten Themen besitzen aus Ihrer Sicht eine besondere Bedeutung?

Die Diskussion um Wesentlichkeit halten wir für sehr wichtig und weiterführend. Denn wir sind inzwischen an einer Schwelle angelangt, wo Nachhaltigkeit zum „Proofpoint“ werden muss. Die Beschäftigung mit dem Thema allein reicht nicht mehr aus. Wenn Nachhaltigkeit wesentlich ist für die zukünftige Entwicklung von Unternehmen, dann müssen die entscheidenden Aspekte besser herausgearbeitet werden, um sie tatsächlich steuern zu können. Und dazu gehört eben auch, zu sagen, dass etwas zwar wünschenswert sein mag, aber eben nicht wesentlich ist für das Unternehmen und deshalb auch nicht gesteuert und nicht berichtet werden muss. Oft ist es ja so, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Die Konzentration auf das Wesentliche ist eine Herausforderung für alle am Prozess Beteiligten und sie wird zu einer neuen Qualität im Nachhaltigkeitsmanagement führen.


Sabine Braun

Welche Meilensteine haben Sie in den zurückliegenden Wochen in Sachen CSR erreicht? Welche Erfolge waren für Sie besonders bedeutsam?

Für mich persönlich war der Abschluss meiner ersten Vorlesungsreihe beim Masterstudiengang „Sustainable Marketing und Leadership“ an der Hochschule Fresenius, München, ein echter Meilenstein. Die Diskussionen mit den Studierenden haben mir große Freude gemacht und ich hatte das Gefühl, dass sie tatsächlich etwas gelernt haben bei mir. Ich freue mich schon auf das Wintersemester, in dem ich noch mehr Einblick in die unternehmerische Praxis geben möchte und deshalb zahlreiche Referenten aus unterschiedlichsten Unternehmen eingeladen habe. Auch meine Kollegen sind immer wieder als Dozenten tätig. Das hilft uns allen nicht “betriebslind“ zu werden, sondern immer wieder einen frischen Blick auf Nachhaltigkeit und CSR zu werfen. Zugleich sehen wir dieses meist zeitaufwändige Engagement auch als einen Beitrag, den wir für eine zukunftsfähige Entwicklung jenseits unseres eigentlichen Geschäfts leisten.

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