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Jack Wolfskin gewährt Einblick in die Lieferkette

Das die Produktion hochwertiger Funktionskleidung und Ausrüstung auch ihre Schattenseiten hat, wurde in den vergangenen Jahren durch mehrere Untersuchungen belegt, zuletzt durch die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Deutschlands Marktführer Jack Wolfskin bemüht sich um Besserung und setzt dabei auf Transparenz. Jetzt hat es eine Liste aller direkten Lieferanten veröffentlicht.

Idstein (csr-news) > Das die Produktion hochwertiger Funktionskleidung und Ausrüstung auch ihre Schattenseiten hat, wurde in den vergangenen Jahren durch mehrere Untersuchungen belegt, zuletzt durch die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Deutschlands Marktführer Jack Wolfskin bemüht sich um Besserung und setzt dabei auf Transparenz. Jetzt hat es eine Liste aller direkten Lieferanten veröffentlicht.

„Wir gehen weiter“ nennt Jack Wolfskin seine Transparenzinitiative und will sich damit in der Branche eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine Branche, die in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung hatte. Mehr als 900 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für Outdoor-Artikel aus. Mit einem Umsatz von 351 Millionen Euro spielt Jack Wolfskin dabei eine bedeutende Rolle. Die Probleme der Branche liegen zum einen in der stark belasteten Produktion von Funktionstextilien und zum anderen in der Lieferkette. Ähnlich wie der Rest der Textilindustrie produziert die Branche überwiegend in den Billiglohnländern Asiens und ist dadurch den gleichen Risiken bei der Missachtung von Umwelt- und Sozialstandards ausgesetzt. Im Frühjahr hat Jack Wolfskin seine Nachhaltigkeitsinitiative angekündigt und einen konkreten Fahrplan vorgelegt. Ein Punkt war die Offenlegung der Lieferbeziehungen, der nun mit Veröffentlichung der Produzentenliste erfüllt wurde. Darin werden 78 Unternehmen aufgeführt, mit denen Jack Wolfskin direkte Lieferbeziehungen unterhält, und zwar für alle drei Produktionsbereiche Kleidung, Schuhe und Ausrüstung. Subunternehmer und Vorstufen der Produktion sind nicht enthalten.

Ziel von Jack Wolfskin ist es, bis 2020 eine vollständig transparente und schadstofffreie Produktions- und Lieferkette zu erreichen. Bis dahin soll eine Substitution für das umweltschädliche PFC gefunden sein und dann auch vollständig aus der Herstellung verschwinden. Bislang setzt die Produktion von Funktionskleidung den Einsatz der Fluorchemikalien voraus, um beispielsweise die Eigenschaften der Wetterfestigkeit zu erreichen. Dazu ist das Unternehmen eine Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum eingegangen und ist auch Mitglied der Bluesign-Initiative. „Sicher haben wir einen langen und steinigen Weg vor uns“ sagte Geschäftsführer Michael Rupp im Frühjahr. „Aber mit unserem Know-how und erstklassigen und hoch renommierten Kooperationspartnern an unserer Seite sind wir sicher, diesen Weg schaffen zu können“. In einem ersten Schritt wurde im Juli die Schadstoffliste verschärft, deren verbindliche Einhaltung von den Lieferanten gefordert wird. Das sogenannte Green Book beinhaltet lauter Chemikalien, die überhaupt nicht mehr oder nur in geringeren Konzentrationen eingesetzt werden dürfen. Zudem wurden Grenzwerte beispielsweise für Produktionsrückstände verschärft. Alles wichtige Zwischenschritte um das Ziel der schadstofffreien Herstellung zu erreichen, bislang zeichnen sich noch keine wirklichen Materialalternativen ab, ein Scheitern ist also auch möglich. Zunächst stehen aber weitere Zwischenschritte auf der Agenda, 2014 soll die Travel-Kollektion bereits von PFC befreit sein und im August sollen Produktionsdaten aus der Lieferkette veröffentlicht werden, die rund 25 Prozent des Einkaufsvolumens entsprechen.

 

 

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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