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Forum Nachhaltiges Palmöl unterstützt Firmen bei der Umstellung

Auf dem Weltmarkt wird mehr nachhaltiges Palmöl produziert, als sich verkaufen lässt. Und auch in Deutschland interessieren sich zu wenige Firmen für die Verwendung dieses Produktes. Deshalb will das im September gegründete „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) Unternehmen bei der Umstellung unterstützen.

Berlin (csr-news) – Auf dem Weltmarkt wird mehr nachhaltiges Palmöl produziert, als sich verkaufen lässt. Und auch in Deutschland interessieren sich zu wenige Firmen für die Verwendung dieses Produktes. Deshalb will das im September gegründete „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) Unternehmen bei der Umstellung unterstützen.

Gegründet wurde FONAP am 2. September in Berlin als eine Initiative der Unternehmen Henkel, Rewe Group und Unilever sowie des WWF. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt die Initiative finanziell, die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) führt das Sekretariat mit zwei Fachkräften. Inzwischen haben sich auch kleinere Unternehmen dem Forum angeschlossen (Mitgliederliste sehe unten).

Zwar geraten große Handelsmarken wegen der Verwendung von Palmöl, für dessen Herstellung Urwälder zerstört wurden, in das Schussfeld der Umweltorganisationen, aber trotzdem fehlt es der nachhaltigen Alternative an Nachfrage. Dazu GIZ-Mitarbeiter Daniel May: „Ausreichende Mengen zertifizierten Palmöls sind verfügbar. Jährlich werden bis zu acht Millionen Tonnen produziert – aber nur etwa vier Millionen Tonnen abgenommen.“ Deshalb will FONAP „möglichst viele Unternehmen dazu bringen, nachhaltiges Palmöl einzukaufen“, so May.

Die Mitgliedsunternehmen des Forums verpflichten sich, bis Ende 2014 ausschließlich nachhaltiges Palmöl zu verwenden. Dazu erhalten sie Beratung aus dem GIZ-Sekretariat und bei Arbeitstreffen die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Unternehmen. Denn für manche schwierig erscheinenden Probleme gibt es einfache Lösungen: Wer – etwa als Aromahersteller – Palmöl in kleinsten Mengen einsetzt und deren Herkunft nicht steuern kann, erreicht durch den Erwerb von Zertifikaten die Einspeisung einer entsprechenden Menge nachhaltigen Palmöls in den Weltmarkt. Drei US-Dollar kostet die Tonne nachhaltigen Palmöls derzeit im Zertifikatehandel.

Palm- und Palmkernöl wird in zahlreichen Konsumprodukten verwendet – vor allem in Lebensmitteln, aber beispielsweise ebenso in Kosmetika und Reinigungsmitteln. Nachhaltiges Palmöl wird überwiegend nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert, an denen allerdings Nichtregierungsorganisationen und auch Unternehmen Kritik üben. So gründeten RSPO-Mitglieder Ende Juni die Palm Oil Innovation Group (POIG). Den dort zusammengeschlossenen Palmölproduzenten fehlen in den RSPO-Standards ein klares Umwandlungsverbot von Torfböden zu Palmölplantagen und der Ausschluss von Rohstoffen aus illegalem Anbau. Deshalb will auch FONAP Vorschläge zur Verbesserung der bestehenden Zertifizierungssysteme erarbeiten.

Wer sich für eine Mitgliedschaft im Forum Nachhaltiges Palmöl interessiert, erhält Informationen dazu per E-Mail aus dem GIZ-Sekretariat von Daniel May.

Die bisherigen Mitglieder des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP):

Agrarfrost GmbH & Co KG
Beiersdorf AG
BM Trada
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)
Continental Bakeries
dm Drogeriemarkt GmbH & Co KG
IKO Industrie-Kontor GmbH
Kaufland
Korona SA
LIDL Stiftung & Co KG
Logocos Naturkosmetik AG
Nestlé Deutschland AG
OVID – Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
Rewe Group
Unilever
Weleda AG
WWF

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