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Discount zu Unrecht im Fokus: Interview mit KiK-Manager Michael Arretz

Der Brandschutz in seinen Zulieferbetrieben besitzt für den Textildiscounter KiK eine hohe Priorität. Das Unternehmen stand nach katastrophalen Ereignissen in den Fabriken seiner Lieferanten wiederholt am Pranger. Dass ein günstiger Verkaufspreis auf dem deutschen Markt zum Unterlaufen von Sozialstandards in Asien führt, lässt der KiK-Geschäftsführer für Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmenskommunikation, Michael Arretz, im Sommer-Partnernetzwerk-Interview nicht gelten.

Bönen (csr-news) – Der Brandschutz in seinen Zulieferbetrieben besitzt für den Textildiscounter KiK eine hohe Priorität. Das Unternehmen stand nach katastrophalen Ereignissen in den Fabriken seiner Lieferanten wiederholt am Pranger. Dass ein günstiger Verkaufspreis auf dem deutschen Markt zum Unterlaufen von Sozialstandards in Asien führt, lässt der KiK-Geschäftsführer für Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmenskommunikation, Michael Arretz, im Sommer-Partnernetzwerk-Interview nicht gelten.

CSR NEWS: Welche CSR-Herausforderungen haben Sie und Ihre Kollegen in den zurückliegenden Wochen besonders beschäftigt?

Dr. Michael Arretz: Nach den Unglücken in Bangladesch und Pakistan, die die Textilbranche insgesamt erschütterten, haben wir uns auf den Brandschutz konzentriert. Die Abstimmungen zum Beitritt zum Brandschutzabkommen waren intensiv. Für das gute Ergebnis hat sich der Einsatz jedoch auf alle Fälle gelohnt. Jetzt geht es darum, dass wir gemeinsam in die Umsetzung gehen um auch zügig Erfolge erzielen zu können.

Welche CSR-relevanten Themen besitzen aus Ihrer Sicht eine besondere Bedeutung?

Als verantwortlicher Manager für Nachhaltigkeitsmanagement in einem direktimportierenden Handelshaus hat die Einhaltung und Durchsetzung von sozialen und arbeitsrechtlichen Mindeststandards eine besondere Bedeutung für mich. Mit der Vergabe von Aufträgen in Länder, die weitaus weniger entwickelt sind, geht eine besondere Verantwortung einher. Dabei blicken wir insbesondere auf den Bereich der Konfektion, weil hier unser Einfluss am größten ist.


Dr. Michael Arretz

Welche internationalen Bezüge sind für Ihr CSR-Engagement besonders wichtig?

Der rechtliche Rahmen für unsere Arbeit in Bezug auf die Einhaltung sozialer und arbeitsrechtlicher Mindeststandards sind vorzugsweise die Konventionen der ILO. Unsere Klimaziele richten sich nach den Klimaschutzkonventionen im Rahmen der Kyoto Protokolle. Darüber hinaus achten wir mit der gebührenden Sorgfalt darauf, dass unser gesamtunternehmerisches Handeln zu keinem Zeitpunkt die geltenden Menschenrechte verletzt.

Wie beurteilen Sie die gesellschaftliche Wahrnehmung und Einordnung von Themen der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung derzeit – gerade auch auf dem Hintergrund der Ereignisse in Bangladesch?

Grundsätzlich wird der Discount sehr kritisch wahrgenommen und die Vereinfachung einer sehr komplexen Debatte zu Lasten des Discount ist ärgerlich. So wird beispielweise nur zu gern der günstige Verkaufspreis als Treiber für das Unterlaufen von Sozialstandards verantwortlich gemacht. Dieses Argument wird aber auch durch ständiges Wiederholen nicht richtig: Fakt ist, dass eine ungelernte Näherin in Bangladesch den gleichen Lohn erhält – egal, ob das T Shirt später für 2,99 Euro, 4,99 Euro oder 24,99 Euro angeboten wird. Wir öffnen uns daher verstärkt den Diskussionen und versuchen, unsere Herangehensweise unter Berücksichtigung des Geschäftsmodells zu erläutern. Ich denke, dass diese Dialoge auch weiterhin kontrovers geführt werden, aber ich bin gleichzeitig auch davon überzeugt, dass wir mit unserem Engagement an der einen oder anderen Stelle überzeugen können.

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