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Bangladesch drittgrößter Lieferant für deutschen Einzelhandel

Köln (afp) – Massenhafte Importe von Textilien haben das asiatische Niedriglohnland Bangladesch im vergangenen Jahr zum drittgrößten Lieferland für den deutschen Einzelhandel aufsteigen lassen. Damit habe Bangladesch seinen Nachbarn, das Schwellenland Indien, von dessen Position in der Rangliste verdrängt, teilte die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) am Mittwoch in Köln mit. „Bangladesch entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Textilstandort weltweit“, erklärte AVE-Hauptgeschäftsführer Jan Eggert. 2012 sei das Volumen der Importe aus Bangladesch im Vergleich zum Vorjahr um 16,1 Prozent gestiegen.

Die Importe aus Indien hätten um 23 Prozent abgenommen, teilte die AVE mit. Bedeutendstes Importland sei nach wie vor China. Die Importe aus der Volksrepublik hätten 2012 jedoch um fünf Prozent abgenommen. Platz zwei der wichtigsten Importländer für den Einzelhandel sei die Türkei. Die Einfuhren aus dem Land hätten 2012 um zwei Prozent zugelegt. Auch Importe aus osteuropäischen Ländern, die nicht zur EU gehörten, hätten 2012 deutlich zugenommen.

Bangladesch ist nach China weltweit zweitgrößter Produzent von Textilien. 80 Prozent der Exporte des Landes im Wert von umgerechnet rund 19 Milliarden Euro im Jahr sind Kleidung und Schuhe. Die Beschäftigten bekommen zum Teil nur umgerechnet 36 Euro im Monat, Gewerkschafter kritisieren die Arbeitsbedingungen. Ungeklärt ist bisher, wie sich westliche Markenkonzerne an der langfristigen Entschädigungen für die Opfer von Unfällen in mehreren Textilfabriken beteiligen.

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