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Stakeholder-Dialog und CSR-Skandalisierung: Interview mit Scholz & Friends Reputation

Die Weiterentwicklung der Unternehmensverantwortung in einem dialogischen Verständnis braucht ein neu austariertes Miteinander von Medien und Unternehmen. Das sagte Norbert Taubken aus der Geschäftsleitung von Scholz & Friends Reputation gegenüber CSR NEWS. Ihn und seine Kollegin Christiane Stöhr fragte Achim Halfmann im Partnernetzwerk-Interview nach aktuellen CSR-Herausforderungen und -Themen.

Berlin (csr-news) – Die Weiterentwicklung der Unternehmensverantwortung in einem dialogischen Verständnis braucht ein neu austariertes Miteinander von Medien und Unternehmen. Das sagte Norbert Taubken aus der Geschäftsleitung von Scholz & Friends Reputation gegenüber CSR NEWS. Ihn und seine Kollegin Christiane Stöhr fragte Achim Halfmann im Partnernetzwerk-Interview nach aktuellen CSR-Herausforderungen und -Themen.

CSR NEWS: Welche CSR-Herausforderungen haben Sie und Ihre Kollegen in den zurückliegenden Wochen besonders beschäftigt?

Christiane Stöhr: Die sinnvolle Einbindung von Stakeholdern in eine nachhaltige Unternehmensführung ist ein Feld, welches viele Unternehmen zur Zeit beschäftigt. Hier die richtigen Themen, Wege und Formate zu finden bei gleichzeitiger Veränderungsbereitschaft und Rückbindung in das Management ist eine komplexe Aufgabe. Auf Seiten der Stakeholder, insbesondere der NGOs und der Wissenschaft, sind zunehmende zeitliche Engpässe zu berücksichtigen. Auch dafür müssen geeignete Modelle entwickelt werden.


Christiane Stöhr

Welche CSR-relevanten Themen besitzen aus Ihrer Sicht eine besondere Bedeutung?

Christiane Stöhr: Die zunehmende Integration von ganzheitlicher CSR in das strategische Unternehmenshandeln wird alle Akteure in den nächsten Monaten und Jahren vorrangig beschäftigen. Dies betrifft sowohl die großen Player als auch KMU. Wobei natürlich die jeweiligen Herausforderungen unterschiedlich sind. Diese Entwicklung wird sich auch im Rahmen des integrierten Reportings und den entsprechenden Standards und Richtlinien manifestieren.

Welchen Beitrag können Sie und Ihre Kollegen zur qualitativen Weiterentwicklung der CSR-Diskussion leisten?

Dr. Norbert Taubken: Bei der Begleitung von Positionierungsprozessen in Unternehmen nimmt Scholz & Friends Reputation unterschiedliche Rollen ein: Wir sind kritischer Sparring-Partner der CR-Zuständigen, Bereitsteller von Fachinformationen, aber auch Moderator, wenn intern Abteilungsinteresse ausbalanciert werden müssen. Immer im Fokus ist die betriebswirtschaftliche Logik von CR. Die Erfahrungen, die wir in den verschiedenen Branchen machen, fließen in Lehraufträge, Publikationen und Netzwerkveranstaltungen ein. So bereichern sich wissenschaftliche Erkenntnisse und ganz praktisches Erfahrungswissen.


Dr. Norbert Taubken

Wie erleben Sie den Umgang der Medien mit dem Thema CSR?

Dr. Norbert Taubken: Im Gegensatz zu den Fachmedien ist für die Massenmedien CR als Thema kaum relevant, zumindest nicht in der für einen Fachdiskurs notwenigen sachlichen Befassung. Insbesondere im TV-Bereich führt eine Skandalisierung von CR-Teilbereichen inzwischen eine erstaunlich gute Quote. Insbesondere Missstände in der Lieferkette von Textilien und Technik sowie bei Nahrungsmitteln bewegen die Menschen und üben damit auch Druck auf Unternehmen aus. Da hier nicht immer fair gespielt wird, beobachten wir in Teilen erneut eine deutliche Zurückhaltung in der externen Kommunikation von CR. Wenn Unternehmensverantwortung in einem dialogischen Verständnis weiterentwickelt werden soll, muss – wie auch beim Verhältnis von Zivilgesellschaft und Wirtschaft – das Miteinander von Medien und Unternehmen neu austariert werden.

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