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ThyssenKrupp schafft Ehrentitel im Management ab

Frankfurt/Main (afp) – Der angeschlagene Stahlkonzern ThyssenKrupp schafft Ehrentitel im Management wie „Direktor“ oder „Senior Vice President“ ab. Künftig werde die Bezeichnung „nicht die Hierarchie ausdrücken, sondern die Funktion“, sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Akademische Titel darf demnach weiterführen, wer mag – er persönlich lege keinen Wert darauf, als Doktor angeredet zu werden. „Ich brauche nicht ständig Bohei und Stäbe um mich.“ Hiesinger geht es zu hierarchisch zu im Konzern. „Wir fördern und fordern eine hierarchiefreie Diskussion“, sagte er der „FAS“. Dazu schickt er 1700 Manager in Workshops, wo sie unter anderem lernen sollen, Vorgesetzten zu widersprechen.

Zur Lage des Konzerns sagte Hiesinger der Zeitung, dass ThyssenKrupp die verlustreichen Stahlwerke in Brasilien und Nordamerika nicht so schnell los werde wie erhofft: „Wir haben den Zeitbedarf speziell in Brasilien unterschätzt, der Verkauf dauert länger als zunächst erwartet.“ Ursprünglich wollte der Konzern bis Ende September, dem Ende des Geschäftsjahres 2013, einen Käufer gefunden haben.

Die Stahlwerke haben den Konzern nach Hiesingers Angaben bisher „zwölf Milliarden Euro gekostet, Baukosten plus bisher aufgelaufene Kosten“. Im Moment stehe die Fehlinvestition noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern. „Ob wir noch mehr abschreiben müssen oder nicht, ist nicht abzusehen.“

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