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Kunstlicht und Lärm verschiebt Biorhythmus von Vögeln

Leipzig (afp) – Straßenlärm und künstliches Licht sorgen dafür, dass Vögel im Stadtzentrum ihren Morgengesang deutlich früher anstimmen als in ruhigeren Gegenden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig nach einer Untersuchung an mehr als 400 Amseln, wie das UFZ am Dienstag mitteilte.

In den Jahren 2011 und 2012 beobachteten die Experten jeweils über insgesamt 15 Wochen hinweg im Frühjahr das Verhalten von Amseln in einem 215 Hektar großen Gebiet in Leipzig. Dazu gehörten ruhige Ecken im Park, aber auch verkehrsreiche Gegenden etwa am Hauptbahnhof.

Dort übertönte der Lärm von Autos und Straßenbahnen den Gesang der Amselmännchen, mit denen sie ihr Revier markieren und verteidigen. Die Folge: Die Tiere versuchten, auf Tageszeiten auszuweichen, in denen weniger Lärm herrscht. Dazu müssen sie mehrere Stunden vor den Menschen aktiv werden. Während die „Langschläfer“ in den Parks mit ihrem Gesang maximal zwei Stunden vor Sonnenaufgang begannen, starteten die „Frühaufsteher“ im Stadtzentrum bis zu fünf Stunden vor Sonnenaufgang, schreiben die Wissenschaftler im Journal „Plos one“.

Im Verlauf der Brutsaison lässt dieses „Frühaufsteher“-Verhalten deutlich nach, was nach Angaben der Forscher daran liegen kann, dass das Anlocken von Weibchen an Bedeutung verliert. Es könnte aber auch sein, dass sich der Schlafmangel bei den Amselmännchen bemerkbar macht und diese in den kurzen Nächten im Mai und Juni nicht noch früher mit Singen anfangen können, schreiben die Autoren der Studie.

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