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Bio-Baumwolle: Umsätze steigen deutlich

Fast drei Viertel aller Textilhändler wollen den Anteil an Bio-Baumwolle ausbauen. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Marktbericht von Textile Exchange hervor. Danach werden auch für den Umsatz anderer nachhaltiger Fasern deutliche Zuwächse erwartet. Die Liste der Bezieher zertifizierter Bio-Baumwolle führt die Textilhandelskette C&A an. Mit einem Umsatzwachstum von 78% in diesem Marktsegment führt C&A auch die Liste der wachstumsstärksten Unternehmen an.

Düsseldorf (csr-news) – Fast drei Viertel aller Textilhändler wollen den Anteil an Bio-Baumwolle ausbauen. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Marktbericht von Textile Exchange hervor. Danach werden auch für den Umsatz anderer nachhaltiger Fasern deutliche Zuwächse erwartet. Die Liste der Bezieher zertifizierter Bio-Baumwolle führt die Textilhandelskette C&A an. Mit einem Umsatzwachstum von 78% in diesem Marktsegment führt C&A auch die Liste der wachstumsstärksten Unternehmen an.

Der Anbau von Bio-Baumwolle kommt der Umwelt zugute, indem er insbesondere Wasserbestände schont, so Textile Exchange. Auch im sogenannten HIGG Index 1.0 sei Bio-Baumwolle der konventionellen Baumwolle überlegen. Dieser von der Sustainable Apparel Coalition entwickelte Index misst die Umwelteinflüsse bei der Herstellung von Textilprodukten.

Zu den zehn umsatzstärksten Abnehmern von zertifizierter Bio-Baumwolle gehören neben C&A die Textilhändler H&M, Nike, Puma, Coop Swiss, Anvil, William-Sonoma, Inditex, Carrefour und Target. Bei jedem dieser Unternehmen liegt das Einkaufsvolumen für Bio-Baumwolle über zwei Millionen Pfund (2,4 Millionen Euro).

C&A hat im vergangenen Jahr etwa 22.000 Tonnen zertifizierter Bio-Baumwolle verarbeitet und 80 Millionen Produkte aus diesem Material verkauft. Der Biobaumwollanteil an der Gesamtkollektion lag damit bei 30 Prozent. In diesem Jahr soll der Absatz von Biobaumwoll-Textilien auf 100 Millionen Teile steigen. Und bis zum Jahr 2020 will C&A die gesamte Baumwoll-Kollektion auf nachhaltigen Anbau – darunter auch Biobaumwolle – umstellen. Das Engagement des Unternehmens gehe dabei über die Abnahme der zertifizierten Baumwolle hinaus, sagte Textile Exchange-Direktor La Rhea Pepper: „Unterstützt durch die C&A Foundation investiert C&A in Sozial- und Umweltprogramme, in deren Mittelpunkt die Gemeinden in den Anbaugebieten stehen.“ Zusätzlich würden Schulungen für Baumwoll-Farmer und andere Partner in der Lieferkette durchgeführt.

Beim Anbau von Bio-Baumwolle wird auf den Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verzichtet. Eine natürliche Düngung (z.B. mit Mist und Kompost) erhöht den Humusanteil des Bodens und verringert die Erosionsanfälligkeit. Die Baumwolle wird zudem im Fruchtwechsel (d.h. im Wechsel mit anderen Kulturen) angebaut, was der Bodenpflege dient und der Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vorbeugt. Nach Berechnungen des Umweltinstitut München werden für ein einziges T-Shirts aus biologischer Baumwolle sieben Quadratmeter Anbaufläche nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet. Zahlreiche Zertifizierungsorganisationen kontrollieren den ökologischen Anbau von Baumwolle. Zertifizierungsprogramme und Standards variieren, folgen aber gemeinsamen Grundkonzepten. Die Basisstandards stammen von der Internationalen Vereinigung der Ökologischen Landbau-Bewegung IFOAM (International Federation of Organic Agriculture Movements). Genehmigt werden Zertifizierungssysteme durch den Internationalen Ökologischen Akkreditierungsservice IOAS (International Organic Accreditation Service).

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