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Neue Studie: Stiftungen sichern Standortqualität der Kommunen

Berlin (csr-news) >  In Deutschland existieren derzeit 1.257 kommunale rechtsfähige Stiftungen, das sind etwa 6,5 Prozent aller rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland. Das zeigt die heute vorgelegte, deutschlandweit erste Studie mit praxisrelevanten Forschungsergebnissen zur kommunalen Stiftungslandschaft und zu kommunalen Stiftungsverwaltungen. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen stellt die Studie „Kommunale Stiftungen in Deutschland. Bestandsaufnahme, Chancen und Herausforderungen“ heute auf einem Sonderkongress in Freiburg vor. „Kommunale Stiftungen sind Schatzkisten für das Gemeinwohl. Sie blicken häufig auf eine lange Tradition zurück und tragen nachhaltig zur Lebens- und Standortqualität in den Gemeinden bei“, sagte Prof. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen anlässlich der Veröffentlichung der Studie. „Mit der Studie möchten wir das kommunale Stiftungswesen in Deutschland bekannter machen und die Kommunen dazu animieren, ungenutzte Potenziale in diesem Bereich zu erschließen.“

Ergebnisse der Studie

  • Kommunale Stiftungen sind Stiftungen, deren Zweck zum Aufgabenbereich einer kommunalen Gebietskörperschaft gehören und von dieser verwaltet werden.
  • In Deutschland existieren derzeit 1.257 kommunale rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts, das sind etwa 6,5 Prozent aller rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland. Dem Bundesverband Deutscher Stiftungen sind darüber hinaus 781 Treuhandstiftungen in kommunaler Verwaltung und 237 kommunale rechtsfähige Stiftungen öffentlichen Rechts bekannt.
  • Bayern hat mit 4,1 kommunalen Stiftungen pro 100.000 Einwohner die höchste Dichte kommunaler Stiftungen im Bundesvergleich. Baden-Württemberg liegt mit 1,5 kommunalen Stiftungen auf Platz 6. In Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern ist die Stiftungsdichte sehr gering.
  • Das Stiftungskapital kommunaler Stiftungen stammt überwiegend von Privatpersonen. Fast 80 Prozent der Stiftungen hat ein Vermögen von unter einer Million Euro. 2,5 Prozent der kommunalen Stiftungsverwaltungen halten mit insgesamt über 100 Millionen Euro Stiftungskapital den Großteil des Gesamtvermögens kommunaler Stiftungen.
  • 80 Prozent der kommunalen Stiftungen werden direkt von der Kommune verwaltet, d.h. von Fachämtern oder Dezernaten, von eigens eingerichteten Abteilungen für Stiftungsverwaltung oder etwas seltener unmittelbar vom (Ober-)Bürgermeister bzw. Gemeindedirektor.
  • Die Hälfte der Befragten verwaltet nur eine Stiftung oder agiert als eigenständige kommunale Stiftung. Knapp acht Prozent sind für mehr als zehn Stiftungen verantwortlich.
  • Damit die Eigenständigkeit der Stiftungen gewahrt werden kann, sollte den Stiftungsverwaltungen von Seiten der Kommune gewisse Handlungsspielräume gelassen werden. Für eine verantwortungsvolle Stiftungsverwaltung sollte die Kommune in informierte und qualifizierte Gremien sowie kompetentes Personal investieren.
  • Die Vermögensverwaltung wird von den Befragten derzeit als die größte Herausforderung für viele kommunale Stiftungsverwaltungen gesehen. Als zweitgrößte Herausforderung wird die personelle Ausstattung (es fehlt an ausreichendem Personal oder an personeller Kontinuität) genannt.

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