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McDonald's Ausbildungsstudie: Wie Unternehmen auf den Azubi-Mangel reagieren können

Unternehmen sollten mit gezielten Förderangeboten weniger leistungsstrakte Jugendliche in Ausbildung integrieren. Das empfiehlt der Berliner Bildungsforscher Prof. Klaus Hurrelmann in der McDonald’s Ausbildungsstudie 2013. In der Studie mit dem Titel: „Pragmatisch glücklich: Azubis zwischen Couch und Karriere“ geht es auch um Entwicklungen am Ausbildungsmarkt.

München (csr-news) – Unternehmen sollten mit gezielten Förderangeboten weniger leistungsstrakte Jugendliche in Ausbildung integrieren. Das empfiehlt der Berliner Bildungsforscher Prof. Klaus Hurrelmann in der McDonald’s Ausbildungsstudie 2013. In der Studie mit dem Titel: „Pragmatisch glücklich: Azubis zwischen Couch und Karriere“ geht es auch um Entwicklungen am Ausbildungsmarkt.

So erfährt der Leser in einem ersten Kapitel Hintergründe zum Auszubildendenmangel. Zwischen 1995 und 2005 lag die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden um bis zu 100.000 über der Zahl der angebotenen Plätze und ein Fünftel jedes Jahrgangs blieb mitunter ohne Ausbildung oder feste Beschäftigung. Der ökonomische Aufschwung und die demografische Entwicklung haben inzwischen zu einer völlig anderen Situation beigetragen: Immer mehr Unternehmen berichten, dass ihre Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass eine duale Ausbildung für viele junge Menschen unattraktiver geworden ist und sie ein Hochschulstudium vorziehen. So ermittelte die Ausbildungsstudie, dass 51% der Schüler ein Studium planen, aber nur 32% eine Berufsausbildung.

Anders als früher sind Unternehmen für ihren beruflichen Nachwuchs auf Hauptschüler und Abgänger mit schlechtem oder ohne Abschluss angewiesen. „Viele Unternehmen sind es nicht mehr gewohnt, auf den Schreibtischen ihrer Personalabteilungen ernsthaft die Unterlagen auch derjenigen Jugendlichen zu sichten, die bis vor wenigen Jahren im Vorfeld aussortiert werden konnten, weil ein Übermaß an Hochqualifizierten zur Verfügung stand“, heißt es dazu im Bericht. Nun müssten sich die Firmen auf ihre unternehmerischen Tugenden besinnen gezielt die Entwicklung der Fähigkeiten und Verhaltensweisen dieser junge Leute fördern.

Hurrelmann rät Unternehmen in seinen Schlussfolgerungen am Ende der Studie: „Es ist immens wichtig, gut strukturierte und auf ihre Ausbildungssituation zugeschnittene Förderangebote auch für die weniger Leistungsstarken anzubieten, denn in vielen Regionen und Branchen fehlen bereits die Nachwuchskräfte.“ Rund 20% der Schulabgänger seien relativ leistungsschwach und sozial benachteiligt und benötigten während einer Ausbildung erheblich mehr Unterstützung.

„Alle befragten Jugendlichen, auch die benachteiligten ‚Statusfatalisten‘, sind nach den Erkenntnissen der vorliegenden Studie den Unternehmen und der Wirtschaft gegenüber positiv eingestellt und sehr zugewandt“, so Hurrelmann. Wenn Unternehmen auf die individuellen Persönlichkeiten benachteiligter Jugendlicher Rücksicht nähmen und deren Besonderheiten respektierten, könne eine kreative Ausbildungsatmosphäre mit guten Leistungsergebnissen entstehen.

Der Bildungsforscher empfiehlt, benachteiligten Jugendlichen eine Einstiegsbegleitung durch besonders geschulte Ausbilder oder geeignete Auszubildende eines höheren Jahrgangs zukommen zu lassen. Und auch für Schulabgänger mit Schwächen oder fehlenden Abschlüssen müsse es eine Willkommenskultur in Unternehmen geben. Hurrelmann weiter: „Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen sind es ihnen schuldig, genau hinzusehen und für jeden Einzelnen von ihnen ein maßgeschneidertes Förderkonzept zu entwickeln. Sie können dazu beitragen, diese abgehängten Jugendlichen aus ihrem verhängnisvollen Teufelskreis der Demotivierung herauszuholen.“

Die Studie „Pragmatisch glücklich: Azubis zwischen Couch und Karriere“ >> als PDF zum Download