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US-Senator warnt VW vor Mitbestimmung in US-Werk

Düsseldorf (afp) – Ein US-Senator hat den deutschen Autobauer Volkswagen vor dem Plan gewarnt, in seinem Werk in den USA einen Betriebsrat zuzulassen. VW verhalte sich „schrecklich naiv“, sagte der Republikaner Bob Corker dem „Handelsblatt“ vom Montag. Das Unternehmen begehe damit „einen der größten Fehler der Konzerngeschichte“.

VW hatte das Werk in Chattanooga im südlichen US-Bundesstaat Tennessee im Mai 2011 eingeweiht. Das Werk ist laut „Handelsblatt“ der einzige größere VW-Standort weltweit, der bislang über keine Arbeitnehmer-Vertretung verfügt. Das will der Gesamtbetriebsrat ändern. „In puncto Mitbestimmung muss klar sein: Demokratie endet für uns nicht an Werkszäunen. Dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar“, sagte VW-Gesamtbetriebsrat-Chef Bernd Osterloh der Zeitung.

Corker befürchtet nach eigenen Angaben, dass die US-Autogewerkschaft UAW in dem Werk stark werden könnte. „Die UAW schwächt unseren Standort“, sagte er dem „Handelsblatt“. Chattanooga drohe, zu einem „zweiten Detroit“ zu werden. Die US-Autometropole Detroit erlebt seit vielen Jahren einen Niedergang – konservative Politiker lasten dies der starken Autogewerkschaft an, die zahlreiche Privilegien für die Beschäftigten erkämpft hat.