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Paris bedauert Amazon-Verkaufsbann für Stopfleber in Großbritannien

Paris (afp) – Frankreich hat Unverständnis über die Entscheidung des Internet-Händlers Amazon geäußert, auf seiner britischen Seite einen Verkaufsbann für Stopfleber zu verhängen. „Ich bedauere diese Entscheidung von Amazon“, sagte der beigeordnete Minister für Nahrungsmittel, Guillaume Garot, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die französischen Produzenten hätten große Anstrengungen unternommen, um eine „echte Qualität“ der Stopfleber zu gewährleisten und dabei zugleich das „Wohlbefinden“ der Tiere zu respektieren.

Amazon.uk begründete den Verkaufsbann mit Petitionen mit Fotos, die das Stopfen von Gänsen zeigen. Zur Erzeugung der Stopfleber wird Gänsen und Enten eine große Menge von Getreide in den Schlund gestopft, was zu einer krankhaften Überfettung und Vergrößerung der Leber führt. Ebenfalls aus Tierschutzgründen verbannte das Unternehmen Erzeugnisse, die von Walen, Delphinen, Krokodilen und Elefanten stammen.

Französische Stopfleber werde in der ganzen Welt geschätzt, betonte Garot. Seit Weihnachten vergangenen Jahres werde sie auch nach Russland und Japan exportiert. Nach Angaben Garots beschäftigt die Stopfleberbranche in Frankreich rund 35.000 Mitarbeiter. Hinzu kämen rund 60.000 Stellen, die indirekt von dieser Branche abhingen. Frankreich stellt jährlich rund 20.000 Tonnen Stopfleber von Enten oder Gänsen her und ist damit mit Abstand der größte Produzent dieser von Tierschützern heftig bekämpften Spezialität.

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