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CSR-Summit NRW: keine philosophische Tagung und kein Kirchentag

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD – Foto) hat sich für die Freiwilligkeit der Corporate Social Responsibility von Unternehmen ausgesprochen. „Ich warne davor, mit der CSR-Idee die Unternehmen zu überfordern und ihnen Vorschriften zu machen, die sie nicht erfüllen können“, sagte Duin am Montagabend bei einem CSR-Summit NRW in Düsseldorf vor Industrievertretern. Der Gesetzgeber solle nicht vorschreiben, was einen ehrbaren Kaufmann auszeichne, könne aber dem entgegenstehende Handlungen durch Normen und deren strikte Anwendung verhindern.

Düsseldorf (csr-news) – Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD – Foto) hat sich für die Freiwilligkeit der Corporate Social Responsibility von Unternehmen ausgesprochen. „Ich warne davor, mit der CSR-Idee die Unternehmen zu überfordern und ihnen Vorschriften zu machen, die sie nicht erfüllen können“, sagte Duin am Montagabend bei einem CSR-Summit NRW in Düsseldorf vor Industrievertretern. Der Gesetzgeber solle nicht vorschreiben, was einen ehrbaren Kaufmann auszeichne, könne aber dem entgegenstehende Handlungen durch Normen und deren strikte Anwendung verhindern.

Zu dem CSR-Gipfeltreffen unter dem Motto „Wie man RICHTIG Geld verdienen kann“ hatte der Wirtschaftsminister die Vorstandsvorsitzenden großer nordrhein-westfälischer Unternehmen eingeladen. Seine Gäste begrüßte Duin mit den Worten: „Wir sind hier nicht auf einer philosophischen Fachtagung oder einem Kirchentag.“ Manager müssten täglich daran arbeiten, mit ihren Betrieben Gewinne zu erwirtschaften, und sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Ethisches Verhalten sei dabei aber „kein wohlmeinender Altruismus“, sondern habe handfeste Gründe. Duin weiter: „Ethik ist gut fürs Geschäft.“

Seine Zuhörer erinnerte der Minister daran, dass Unternehmen in Zeiten moderner elektronischer Medien für Verstöße gegen ethische Vorstellungen schnell am Pranger stünden. „Regelverletzungen mögen kurzfristig Profite bringen, langfristig wirken sie wertvernichtend“, sagte der SPD-Politiker.

Duin erinnerte an die Wirtschafts- und Finanzkrise: „Ethik galt vielen, zu vielen als marktunüblicher Luxus.“ Wirtschaftliche Freiheit sei durch den Abbau oder die Missachtung aller Regularien und Tugenden pervertiert worden. „Der Markt hat sich nicht selbst reguliert, sondern selbst stranguliert, sich selbst zerstört. Die Steuerzahler baden es heute aus.“ Gutes wirtschaftliches Handeln brauche ethische Grundlagen.

In seiner Keynote sprach Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz über den ‚ehrbaren Kaufmann‘ und die Bedeutung ethischer Werte im Wirtschaftsleben: „Sie müssen wie in der Politik Grundlage allen Handelns sein. Nur im verantwortungsbewussten Zusammenspiel von Wirtschaft und Politik werden wir die großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit wie etwa die Energiewende bewältigen“, so Scholz.

Dem pflichtete der Vorstandsvorsitzende der BP Europa SE, Michael Schmidt, bei. BP habe weltweite Werte und Verhaltensweisen bestimmt und wolle diese in seiner Mitarbeiterschaft verankern. Schmidt: „Unternehmen müssen diese Verantwortung in der täglichen Arbeit – nach innen und außen – über gesetzliche Vorgaben hinaus leben. Dafür sind die Einstellung und das Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters entscheidend.“

Mit den CSR-Summits wolle die Landesregierung die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen hervorheben und weiterentwickeln, so Duin. Zentrale Ansatzpunkte seien die Sichtbarmachung des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen, die Förderung des Dialogs zwischen Unternehmen und ihren Anspruchsgruppen, die Weiterentwicklung von CSR in Branchen und Regionen, die Unterstützung von CSR in internationalen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Verankerung von CSR in Forschung und Lehre. An dem diesjährigen Gipfeltreffen beteiligten sich die ARAG, Bayer, BP Europa, E.ON, die ERGO Versicherungsgruppe, Germanwings, Henkel, ista Deutschland, die Kölner Verkehrsbetriebe, LANXESS, RheinEnergie und RWE.

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