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Friedrich-Ebert-Stiftung verteidigt Beraterjob von Kurt Beck

Bonn (afp) – Nach der Kritik an dem Beraterjob des SPD-Politikers Kurt Beck für ein Pharmaunternehmen hat die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ihren Chef in Schutz genommen. Es gebe “keine Unvereinbarkeit” zwischen der Beratertätigkeit und der FES-Leitung, teilte eine Sprecherin der Stiftung in Bonn am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Vertreter von Union und FDP übten hingegen Kritik am Wechsel des früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten in die Wirtschaft.

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass Beck seit Juni Mitglied in seinem Beraterkreis sei. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hob nun hervor, Beck habe die FES-Geschäftsführung über seine Berufung in den Beraterkreis informiert, ohne dass dazu eine rechtliche Verpflichtung bestanden hätte. Beck war im Januar als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz abgetreten.

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvize Christian Baldauf sagte der “Rhein Zeitung” vom Freitag, es sei zu befürchten, “dass hier der Bock zum Gärtner gemacht wurde”. “Wo hat Beck eigentlich wirtschaftlichen Sachverstand bewiesen?”, fragte Baldauf. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Martin Brandl erinnerte daran, dass Beck das Geschäft der Lobbyisten stets kritisch gesehen habe. “Es macht mich nachdenklich, wie schnell sich ein Ministerpräsident wandeln kann.”

Der Vorsitzende der niedersächsischen FDP, Stefan Birkner, erinnerte bei “Handelsblatt Online” an frühere Forderungen von SPD und Grünen nach einer Karenzzeit für Politiker vor dem Wechsel in die Wirtschaft. “Beck schadet durch sein Verhalten der Glaubwürdigkeit von Rot-Grün, indem er den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Anspruch und Wirklichkeit fallen mal wieder auseinander”, sagte Birkner.

Becks Aufgabe im Beraterkreis von Boehringer Ingelheim ist es nach Angaben des Unternehmens, die Arbeit der Firmenleitung und des Gesellschafterausschusses zu begleiten. Die Gesellschafter hätten Beck als “einen erfahrenen, verlässlichen und engagierten Gesprächspartner und Ratgeber schätzen gelernt”.