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China Labor Watch: Arbeitsrechtsverstöße bei Mattel-Zulieferern

Peking (afp) – Der US-Spielzeugriese Mattel nimmt nach Ansicht einer Nichtregierungsorganisation wissentlich schwere Arbeitsrechtsverletzungen bei seinen chinesischen Zulieferern in Kauf. Die Arbeitsrecht-Organisation China Labor Watch (CLW) kritisiert in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht unter anderem zu lange Arbeitszeiten, schlechte Ausbildung und fehlenden Arbeitsschutz. Für den Bericht schleuste CLW nach eigenen Angaben von April bis September eigene Ermittler als Arbeiter in sechs Werke ein – also zur Hauptproduktionszeit für das Weihnachtsgeschäft.

Die Arbeitsrecht-Aktivisten werfen Barbie-Hersteller Mattel und seinen Zulieferern vor, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in den chinesischen Werken bis zu 13 Stunden pro Tag arbeiten müssen. Der Lohn, den sie dafür erhielten, reiche nicht für ein würdiges Leben. Untergebracht werden die Beschäftigten demnach in überfüllten Schlafsälen. Die Arbeiter werden den Angaben zufolge nicht ausreichend ausgebildet, zudem verfügten sie nicht über die notwendige Schutzausrüstung.

Die Vorwürfe gehen den Angaben zufolge auf die Erfahrungen der eigenen Ermittler sowie auf Aussagen von mehr als 300 Arbeitern zurück. „Werden nicht bezahlte Überstunden, Betrug bei der Abrechnung der Arbeitsstunden und das Nichtzahlen verpflichtender Sozialbeiträge zusammengerechnet, haben die Zulieferer von Mattel die Arbeiterinnen und Arbeiter um mehrere Millionen Euro betrogen“, kritisierten CLW und die französische Organisation Peuples Solidaires-ActionAid France, die den CLW-Bericht veröffentlicht hat.

Der US-Spielzeughersteller sei sich der schweren Verstöße gegen das Arbeitsrecht bei seinen Zulieferern bewusst, schrieben die Organisationen. „Mattel hat volle Kenntnis von diesen Praktiken, unternimmt aber nichts, um diesen Lohnbetrug und den Missbrauch zu verhindern.“

Mattel habe 1997 eigentlich einen Verhaltenskodex aufgestellt, den Zulieferer einhalten müssten, erklärten die Organisationen. „Seit zehn Jahren zeigen von Mattel in Auftrag gegebene Untersuchungen Arbeitsrecht-Verletzungen in den Fabriken, welche die Spielzeuge herstellen. Aber das Unternehmen hat wenige bedeutende Korrekturmaßnahmen ergriffen, und die Transparenz der Prüfberichte hat sich mit der Zeit verschlechtert.“