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Moderne Formen der Philanthropie – Neue Perspektiven für Stiftungen

Die Idee und das philosophische Konzept der Philanthropie hat eine lange Tradition. In der Diskussion um Unternehmensverantwortung und nachhaltige Unternehmensführung wird es nicht selten mit CSR verwechselt. Trotzdem hat sich auch das Verständnis von Philanthropie geändert, haben betriebswirtschaftliche Ansätze Einzug gehalten. Ein Handbuch der Liechtensteiner Beratungsgesellschaft CSSP klärt über die modernen Formen der Philanthropie auf.

Vaduz (csr-news) > Die Idee und das philosophische Konzept der Philanthropie hat eine lange Tradition. In der Diskussion um Unternehmensverantwortung und nachhaltige Unternehmensführung wird es nicht selten mit CSR verwechselt. Trotzdem hat sich auch das Verständnis von Philanthropie geändert, haben betriebswirtschaftliche Ansätze Einzug gehalten. Ein Handbuch der Liechtensteiner Beratungsgesellschaft CSSP klärt über die modernen Formen der Philanthropie auf.

Kern des philanthropischen Handelns ist zunächst die Spende, die aber nicht nur finanziell erfolgen kann, sondern ebenso als Sach- oder Zeitspende. Der heute gebräuchliche Begriff der Philanthropie umfasst also jede Form gemeinnützigen Engagements. In jüngster Zeit hat sich das Verständnis erneut verändert. Zunehmend fließen Ansätze des verantwortungsvollen Investierens, der betriebswirtschaftlichen Betrachtung und der Wirksamkeit in die Definition eines erweiterten Philanthropie-Begriffs ein. „In der Folge verwischen zusehends die die traditionellen Grenzen der renditebringenden Veranlagung einerseits mit der Mittelverwendung und Zweckerreichung andererseits“, schreiben die Autoren im Handbuch „Formen der modernen Philanthropie“. Seit heute wird das Handbuch zum kostenlosen Download auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite angeboten. Drei neue Ansätze oder Einflüsse der modernen Philanthropie werden in dem Handbuch, neben einer Einführung, ausführlich behandelt. Zum einen heben die Autoren die engagierte Philanthropie hervor, auch Venture Philanthropie genannt, das sogenannte Impact Investing und das Responsible Investing.

Allen Ansätzen gemein ist die erweiterte Betrachtung des eigenen Handelns. Nicht nur das gemeinnützige Ziel steht im Mittelpunkt, sondern auch wie es erreicht wird. Dafür greift die engagierte Philanthropie auf Venture Capital-Methoden der Betriebswirtschaft zurück. In der Praxis erhalten Organisationen dann häufig nicht nur finanzielle Zuwendungen, sondern darüber hinaus persönliche, fachliche und organisatorische Unterstützung. Damit soll das eigentliche Ziel der Organisation gestärkt werden und damit die Voraussetzung für eine stabile, funktionierende Spendenorganisation. Kritiker dieses Ansatzes sehen die Gefahr, das in solchen Fällen primär Mainstream-Projekte finanziert werden, weil sich dabei die Erfolgsmessung einfacher durchführen lässt. Beim Impact Investing liegen die Risiken eher in der Vernachlässigung der finanziellen Basis. Dieser Ansatz verfolgt zunächst die messbare positive gesellschaftliche Wirkung, die Erzielung einer finanziellen Rendite wird als zweitrangig betrachtet. Renditen unterhalb einer marktüblichen Rendite werden, mit Blick auf das Ziel, bewusst in Kauf genommen. Bekannte Formen des Impact Investing sind beispielsweise Mikrofinanzinvestitionen oder auch Fair Trade Initiativen. Der Responsible Investing Ansatz verfolgt dagegen das Ziel der doppelten Rendite, also die Kasse muss stimmen und die positive gesellschaftliche Wirkung muss gegeben sein. Beim Responsible Investing werden oftmals die sogenannten ESG-Kriterien (Enviroment, Social, Governance) berücksichtigt.

Die Autoren des Handbuchs möchten mir ihrem Werk die Vielfalt philanthropischen Engagements darstellen und dabei vor allem auch neue Instrumente vorstellen. Diese sollen allerdings nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Erweiterung verstanden werden. Dafür werden die historischen Hintergründe der einzelnen Konzepte dargestellt, aber auch Begrifflichkeiten, Ansätze und Methoden. Eine Auswahl der wichtigsten Initiativen und Informationsportale soll dem Leser die Gelegenheit zur Vertiefung bieten. Das Handbuch steht auf der Website impact.li zum Download bereit.

Kommentar

  • Sehr geehrte Damen und Herren
    Ich bin von Dritten auf den Artikel Moderne Formen der Philanthropie – Neue Perspektiven für Stiftungen aufmerksam gemacht worden. Herzlichen Dank für die Verbreitung – ein kleine Bitte: die CSSP ist keine Schweizer Beratungsgesellschaft – Sitz ist in Vaduz (Liechtenstein). Ich wünsche Ihnen eine angenehmen Tag.
    Freundliche Grüsse
    Oliver Oehri, Managing Partner, CSSP

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