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Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Ein Audit für Alle

Die Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu verbessern, ist das Ziel einer Initiative, zu der sich sechs Unternehmen der chemischen Industrie zusammengeschlossen haben. Nach einer zwölfmonatigen Pilotphase mit rund 2000 Assessments und Auditierungen in den globalen Lieferketten wurde „Together for Sustainability“ (TfS) auf der Jahrestagung der European Petrochemical Association erstmals öffentlich präsentiert.

Düsseldorf (csr-news) > Die Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu verbessern, ist das Ziel einer Initiative, zu der sich sechs Unternehmen der chemischen Industrie zusammengeschlossen haben. Nach einer zwölfmonatigen Pilotphase mit rund 2000 Assessments und Auditierungen in den globalen Lieferketten wurde „Together for Sustainability“ (TfS) auf der Jahrestagung der European Petrochemical Association erstmals öffentlich präsentiert.

Ziel der TfS-Initiative ist die Entwicklung und Umsetzung eines globalen Programms zur verantwortungsvollen Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen und der Verbesserung der ökologischen und sozialen Standards bei Lieferanten. Statt zahlreicher Audits bei den unterschiedlichen Unternehmen werden die Lieferanten nur noch einmal im Rahmen eines Assessments überprüft. Die sich daraus ergebenden Nachhaltigkeitsinformationen werden allen teilnehmenden Kunden zur Verfügung gestellt. „Der gemeinsame Ansatz des Programms sorgt dafür, dass sowohl für Lieferanten als auch die beteiligten Unternehmen der Einsatz für Nachhaltigkeit in der Lieferkette deutlich erleichtert wird. Wir machen es dadurch allen Beteiligten so einfach wie möglich, sich um Nachhaltigkeit zu bemühen. Das motiviert und baut unnötige Hindernisse ab“, sagt Thomas Udesen, Einkaufsleiter von Bayer MaterialScience und Mitglied im Lenkungsausschuss der Initiative. „Durch unser Einkaufsvolumen üben wir in vielen Regionen einen beträchtlichen Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus. Indem wir die Lieferanten (und damit wiederum deren Lieferanten) auf unsere Standards und Werte verpflichten, leisten wir einen wichtigen Beitrag für faire Arbeitsbedingungen und den Schutz der Umwelt“. Die Initiative basiert auf bewährten Verfahren und etablierten Grundsätzen wie dem United Nations Global Compact (GC) und Responsible Care Global Charter. Darüber hinaus werden die Richtlinien von der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO), der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und der amerikanischen Nichtregierungsorganisation Social Accountability International (SAI) berücksichtigt. TfS wird von den Einkaufsleitern der Gründungsmitglieder BASF, Bayer, Evonik Industries, Henkel, LANXESS und Solvay geleitet. „Schon viele andere Firmen haben Interesse an der Initiative gezeigt“, so Udesen.

Die Assessments und Audits werden von unabhängigen Experten durchgeführt. Als Partner für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Lieferanten hat TfS EcoVadis, eine in Paris ansässige Rating-Agentur für nachhaltiges Beschaffungsmanagement, ausgewählt. Die Ergebnisse und Scorecard Ratings sind innerhalb von TfS über eine webbasierte Plattform zugänglich. TfS arbeitet daneben auch mit unabhängigen Prüfgesellschaften zusammen, um die Performance von Lieferanten hinsichtlich Nachhaltigkeit zu ermitteln. Dies geschieht anhand vordefinierter Prüfkriterien, die auf die Anforderungen der chemischen Industrie zugeschnitten sind. Dazu gehören Aspekte wie Management, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit sowie Arbeits- und Menschenrechte bis hin zu Themen der ethischen Unternehmensführung. Die Audits umfassen Vor-Ort-Prüfungen, zum Beispiel in Produktionsstätten, Lagerhallen und Bürogebäuden. Während der zwölfmonatigen Pilotphase wurden weltweit über 2000 Audits und Assessment durchgeführt. Udesen: „Für alle Beteiligte war die Pilotphase mit sehr viel harter Arbeit verbunden“. Die nächsten Schritte der Initiative sind bereits in Planung und zielen darauf ab, die Aktivitäten auf weitere Beschaffungsmärkte auszudehnen sowie neue Mitglieder zu gewinnen.

Weitere Informationen:

CM16_Lieferkette

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