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Shell-Chef fordert Freilassung von Greenpeace-Aktivistin

Helsinki (afp) – Der Chef des Ölkonzerns Shell fordert die Freilassung einer finnischen Greenpeace-Aktivistin aus russischer Untersuchungshaft, will an den umstrittenen Bohrungen seiner Firma in der Arktis aber festhalten. Seine Landsfrau gehöre trotz ihres Protests gegen den russischen Gazprom-Konzern auf freien Fuß, sagte Jorma Ollila dem finnischen Fernsehsender YLE am Freitag. Er selbst werde dabei „überhaupt keine Rolle spielen“ und verlasse sich allein auf die Justiz. Die 29 internationalen Mitstreiter der Aktivistin erwähnte Ollila nicht.

Hintergrund ist eine Greenpeace-Aktion vom 18. September: Dabei hatten 28 Umweltschützer mit der Unterstützung eines freien Fotografen und eines Kameramanns versucht, eine Gazprom-Bohrinsel in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen. Ihr Schiff wurde jedoch von der russischen Küstenwache aufgebracht und nach Murmansk geschleppt. Seither sitzen die wegen „bandenmäßiger Piraterie“ angeklagten Aktivisten in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Greenpeace hatte jüngst auch Shell für die Teilnahme an Bohrungen in der Arktis kritisiert und mit einer Protestaktion am Rande des Formel-1-Rennens im belgischen Spa für Aufsehen gesorgt. Der finnischen Nachrichtenagentur STT sagte Ollila nun: „Natürlich müssen Studien erstellt und minutiöse Schätzungen eingeholt werden, wie die Sicherheit der Bohrungen und Förderung zu gewährleisten ist.“ Von einer Aufgabe des ebenso umstrittenen wie einträglichen Geschäfts sprach er indes nicht.

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