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Die Sicht eines Dompteurs auf Wildtierverbote im Zirkus

Dominic Fischer ist Tigerdompteur im Zirkus René und Patricia Althoff. Mit seinen acht Tigern und fünf Löwen ist das 35-köpfige Familienunternehmen nach eigenen Angaben der einzige europäische Zirkus mit zwei kompletten Raubtiernummern. „Wir wollen doch mit den Tieren arbeiten, dazu müssen wir uns gut um sie kümmern“, sagt Fischer zu der Frage, wie es den Großkatzen in seinem Unternehmen ergeht.

Hückeswagen (csr-news) – Dominic Fischer ist Tigerdompteur im Zirkus René und Patricia Althoff. Mit seinen acht Tigern und fünf Löwen ist das 35-köpfige Familienunternehmen nach eigenen Angaben der einzige europäische Zirkus mit zwei kompletten Raubtiernummern. „Wir wollen doch mit den Tieren arbeiten, dazu müssen wir uns gut um sie kümmern“, sagt Fischer zu der Frage, wie es den Großkatzen in seinem Unternehmen ergeht.

Aktivisten von Peta erlebt Dominic Fischer vor der Zirkuskasse beim Verteilen von Flugblättern. Die Tierschutzorganisation setzt sich für ein gesetzliches Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen ein. Der lange Aufenthalt in engen Transportwagen führe häufig zu Erkrankungen, Verhaltensstörungen und auch zu Todesfällen, heißt es von den Verbotsbefürwortern. Das Anliegen findet politisches Gehör: Im November 2011 hatte sich der Bundesrat für ein Haltungsverbot von Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörner, Flusspferde und Affen in Wanderzirkussen ausgesprochen. Ein Wildtierverbot besteht in einigen europäischen Ländern, beispielsweise in Österreich. Nach der Absichtserklärung der Länderkammer ist in Deutschland allerdings wenig geschehen. Einzelne Kommunen haben seither beschlossen, Zirkussen mit Wildtieren keine Standflächen mehr zur Verfügung zu stellen.

Dominic Fischer hält die Forderung für völlig unberechtigt. An jedem Standort werde die Unterbringung der Zirkustiere veterinärmedizinisch abgenommen. Zudem würden die Tiere durch die Dressur regelmäßig außerhalb ihrer Käfige beschäftigt und gefordert. Und in jedem Tier stecke so viel Zeit und Ausbildung, dass sich ein Zirkus schon aus Eigeninteresse alle Mühe mit dessen Gesundheit geben werde. Mehr als zwei Jahre lang werden die Großkatzen täglich trainiert, bevor die erste Nummer aufgeführt werden kann.

Für die Gäste des Zirkus René und Patricia Althoff am zurückliegenden Wochenende in Hückeswagen waren die Dompteur-Nummern auf jeden Fall ein Höhepunkt der Vorstellungen.