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Briefunternehmen zahlen häufig Niedriglöhne

Berlin (afp) – Beschäftigte von Briefunternehmen werden einem Medienbericht zufolge oft mit Niedriglöhnen abgespeist. Wie in der Paketbranche griffen auch viele Postunternehmen auf schlecht zahlende Subunternehmen zurück, berichtete das ARD-Magazin „Kontraste“ am Donnerstag. Demnach bezahlt etwa ein Dienstleister der Deutschen Post Stundenlöhne zwischen sechs und sieben Euro – je nach Geschwindigkeit der Mitarbeiter.

Die Deutsche Post erklärte auf Anfrage, sie selbst zahle „keine Dumpinglöhne“, das Lohnniveau in dem Konzern liege zwischen 40 und 50 Prozent über dem der Wettbewerber. Einige Dienstleistungen seien allerdings – mit Zustimmung der Gewerkschaften – an „Servicepartner“ ausgelagert. Dies helfe der Post, im Wettbewerb mit der Konkurrenz mithalten zu können.

„Diese Servicepartner erhalten eine Vergütung, die es ihnen erlaubt vernünftige, faire Löhne zu zahlen“, sagte ein Post-Sprecher. „Wir haben aber keine Möglichkeit, auf das Lohnniveau der Servicepartner einzuwirken.“ Der Konzern achte darauf, dass bestehende gesetzliche Regelungen strikt eingehalten würden. Demnach setzt die Post zwar keine Subunternehmer bei der Zustellung und dem Sortieren der Briefe ein, allerdings beim Leeren von Briefkästen. Dort greife die Post etwa auf Apothekenlogistiker und Taxiunternehmen zurück.

Dem Bericht von „Kontraste“ zufolge verdient in einem anderen Fall die Briefträgerin eines Subunternehmers des Post-Konkurrenten TNT Post lediglich 5,50 Euro pro Stunde. Die Briefe muss sie demnach zuhause sortieren statt in einem Zustellzentrum. TNT Post hat nach eigenen Angaben keine Kenntnis über diesen Fall. Das Unternehmen sei zudem nicht für das Lohngefüge regionaler, selbständiger Dienstleister verantwortlich zu machen, erklärte TNT Post auf Anfrage.

Die Bundesnetzagentur, die für den Briefmarkt zuständig ist, zählt laut „Kontraste“ rund 850 Postunternehmen. Wie viele Subunternehmen diese beschäftigen, ist demnach unklar. Der Arbeitsrechtler Peter Schüren von der Universität Münster sagte in einem Interview mit der Sendung, die Zustände bei Postfirmen zeigten „deutlich, wie dringend wir einen gesetzlichen Mindestlohn brauchen“.

Auch TNT Post befürwortete in seiner Stellungnahme einen verbindlichen Mindestlohn und verwies dabei auf den eigenen Haustarifvertrag, dem zufolge Mitarbeiter ab dem kommenden Jahr bundesweit mindestens 8,50 pro Stunde verdienen sollen.

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