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2. Berliner CSR-Tag: Verantwortung nicht zum Nulltarif

Kritische Worte zum Verständnis von gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung fand der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Berlin, Stephan Schwarz, bei der gestrigen Eröffnung der 2. Berliner CSR-Tage. „Es geht nicht darum, CSR als Mittel des Eigenmarketing zu nutzen“, sagte Schwarz. Vielmehr gehe es um Verantwortungsübernahme im Kerngeschäft. Und: „CSR braucht Verbindlichkeit.“

Berlin (csr-news) – Kritische Worte zum Verständnis von gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung fand der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Berlin, Stephan Schwarz (Foto), bei der gestrigen Eröffnung der 2. Berliner CSR-Tage. „Es geht nicht darum, CSR als Mittel des Eigenmarketing zu nutzen“, sagte Schwarz. Vielmehr gehe es um Verantwortungsübernahme im Kerngeschäft. Und: „CSR braucht Verbindlichkeit.“ Dabei sieht der Handwerkskammerpräsident die kleinen und mittleren Betriebe gut aufgestellt, denn hier stünden die Firmeninhaber in unmittelbaren persönlichen Begegnungen mit ihren Mitarbeitern und Kunden.

Verantwortung gebe es dabei nicht zum Nulltarif. Schwarz: „CSR erfordert Zeit, Engagement und natürlich in vielen Bereichen auch Geld.“ Die Berliner HWK hat mit Unterstützung des europäischen Sozialfonds eine mit vier Mitarbeitern besetzte CSR-Beratungsstelle eingerichtet, die bereits 27 Handwerksbetriebe qualifiziert hat.

Gedacht ist der Berliner CSR-Tag als eine „Plattform, um sich über CSR-Themen zu informieren“, sagte Schwarz. Zudem soll er Gelegenheiten zum Austausch und zum Kennenlernen neuer Projekte bieten. Der erste von zwei Veranstaltungstagen ist mit einem „Gute-Tat-Marktplatz“ kombiniert, der zweite mit einer Fachkonferenz.

Der Unternehmer und ehrenamtliche Vorstand der Stiftung Gute-Tat.de, Jürgen Grenz, lies die etwa 60 Zuhörer wissen: „Unternehmen sind primär nicht dazu da, gesellschaftlich tätig zu werden.“ Auf dem Hintergrund des Fachkräftemangels könne ein solches Engagement dennoch sehr wertvoll für ein Unternehmen sein: Gerade bei jüngeren Fachkräften zeichne sich ein Wertewandel ab und sie wollten nicht nur in einem ökonomisch erfolgreichen, sondern zugleich in einem gesellschaftlich verantwortlichen Unternehmen tätig werden. Zudem stärke gesellschaftliches Engagement die Position eines Unternehmens: „Wir schaffen einen Vertrauensbonus nach innen und nach außen“, so Grenz. Als „erste überschaubare Maßnahme“ eigne sich ein soziales Teamevent wie ein Ehrenamtstag.

Als Beispiel für ein solches Engagement kam Lutz Krause von der Berliner punkt Malereigesellschaft zu Wort. Mit seinem Team hatte er in einer Grundschule im sozialen Brennpunkt einen Veranstaltungsraum zunächst geweißt und dann gemeinsam mit Schülern neu bemalt. Krause zu dem Projekt: „Die Dynamik der Jugend mit der Erfahrung des Alters, das muss funktionieren.“

Unternehmer und die Mitarbeiter gemeinnütziger Organisationen für gesellschaftliches Engagement zusammenbringen, das wollte der 8. Gute-Tat-Marktplatz im Anschluss an die Plenumsveranstaltung. Daran beteiligten sich rund 90 Unternehmen und 50 gemeinnützige Organisationen. Innerhalb von zwei Stunden wurden 37 Kooperations-Vereinbarungen und viele neue Kontakte zwischen Unternehmen und NGOs geschlossen.

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