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Tierschutzbund kritisiert Import von Käfigeiern aus der Ukraine

Osnabrück (afp) – Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert den Import von Käfigeiern aus ukrainischen Legehennenfabriken, die dort mit deutscher Hilfe gebaut wurden. „Da exportieren deutsche Unternehmen mit Unterstützung der Bundesregierung Tierqualeinrichtungen in die Ukraine und die Regierung erklärt dann lapidar, dass sie den Verkauf der damit erzeugten Eier in Deutschland nicht verhindern kann“, sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Mittwoch. Das führe den Tierschutz ad absurdum und sei „moralisch und ethisch verwerflich“.

Die Bundesregierung unterstützte den Angaben zufolge mit zwei Exportkreditgarantien – den sogenannten Hermes-Bürgschaften – den Bau zweier Legehennenfabriken in der Ukraine. In der einen Anlage sind 167.000 Hühner untergebracht, in der anderen 214.000. In der Ukraine müssen die Mindeststandards der EU an die Käfighaltung nicht eingehalten werden. Seit Jahresbeginn 2012 ist die Käfighaltung von Legehennen in allen EU-Ländern strenger reglementiert.

Anders als bei Schaleneiern müssen Lebensmittelhersteller bei verarbeiteten Eiern keine Angaben über deren Herkunft machen. Tierschützer gehen davon aus, dass der Käfiganteil bei Fertigprodukten besonders hoch ist. Schröder forderte von der neuen Bundesregierung daher schnellstmöglich eine nationale Kennzeichnungspflicht auch für verarbeitete Eier.

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