Nachrichten

Lobbyismus-Vorwürfe gegen Verwaltung des Great Barrier Reefs

Sydney (afp) – Die Verwaltung des weltberühmten Great Barrier Reefs vor der Küste Australiens ist wegen einer möglichen Einflussnahme der Industrie in die Kritik geraten. Er habe eine unabhängige Überprüfung der Vorwürfe in die Wege geleitet, sagte Umweltminister Greg Hunt am Mittwoch. Der Fernsehsender ABC hatte berichtet, dass zwei der fünf Mitglieder der Verwaltungsdirektion enge Beziehungen zur Industrie unterhalten. Tony Mooney ist demnach in leitender Funktion für ein Bergbauunternehmen tätig, während Jon Grayson Anteilseigner einer Firma ist, die sich um die Erschließung von Gasfeldern kümmert.

Beide hatten im vergangenen Jahr an einer Sitzung teilgenommen, bei der es um den Bau großer Häfen an der Küste des Bundesstaates Queensland ging. Die wissenschaftlichen Berater der Schutzbehörde hatten sich für ein Verbot solcher Pläne ausgesprochen, weil sie dadurch die Artenvielfalt bedroht sahen. In der Erklärung der Behörde hieß es aber schließlich lediglich, die Umweltgefährdung sei ein wichtiger Aspekt bei der Genehmigung solcher Bauvorhaben.

Der Leiter der Parkverwaltung, Russel Reichelt, betonte, diese Erklärung liege bisher nur als Entwurf vor. Bevor sie verabschiedet werde, solle eine öffentliche Beratung darüber geführt werden.

Umweltschützer verlangten unterdessen den Rücktritt von Mooney und Grayson. Niemand mit Verbindungen zur Kohle- und Gasindustrie dürfe in das Management der Parkverwaltung berufen werden, sagte auch die Grünen-Abgeordnete Larissa Waters. Es sei eine internationale Peinlichkeit, dass die Entscheidungen der Schutzgebiet-Verwaltung möglicherweise durch Industrieinteressen beeinflusst werden, während die UNESCO drohe, das Korallenriff auf die Liste der bedrohten Welterbestätten zu setzen.

Das Great Barrier Reef bedeckt vor der Nordostküste Australiens eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratkilometern und ist ein herausragendes Touristenziel. Die UNESCO hatte im vergangenen Jahr davor gewarnt, dem Riff wegen des Kohle- und Gasbooms an der Küste von Queensland den Schutztitel abzuerkennen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar