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Meeres-Windparks fördern die Artenvielfalt

Hamburg (afp) – Meeres-Windparks kommen nach einer neuen Untersuchung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) der Artenvielfalt zugute. Die Fundamente der Windturbinen bildeten „künstliche Riffe“, an denen sich Muscheln, Seesterne, Seeanemonen, Seelilien sowie Fische wie Makrele und Seebull ansiedelten, teilte das BSH am Mittwoch in Hamburg mit. Zudem sei die viel diskutierte Gefahr für Seevögel viel geringer als befürchtet. Diese gerieten nur selten in die großen Windräder.

„Die Bewegungen und Beleuchtungen der Windenergieanlagen scheinen die Vögel zu verscheuchen. Das senkt das Kollisionsrisiko erheblich“, erklärte das BSH. Bei normalen Wetter habe es überhaupt keine Zusammenstöße gegeben. Ungeklärt sei allerdings noch die Gefahr bei schwierigen Wetterlagen, die für die Tiere unerwartet kommen.

Für die Untersuchung erforschten Wissenschaftler die Vorgänge rund um den Windpark „Alpha Ventus“ 45 Kilometer vor der Insel Borkum. Er wurde 2010 als erster in Deutschland in Betrieb genommen. Bei dem aufwändigen, vom Bundesumweltministerium mit 7,8 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt kamen unter anderem auch neuartige Methoden wie Fischecholote und digitale Bilderfassungssysteme zum Einsatz, bei denen eine Software die Vogelbewegungen analysierte.

Keinerlei Auswirkungen zeigte der Betrieb des Windparks den Angaben zufolge auch auf die streng geschützten Meeressäuger wie den Schweinswal. Die Tiere mieden den Bereich lediglich während der lauten Rammarbeiten in der Bauphase. Die Behörde definierte deshalb bereits einen verbindlichen Lärm-Grenzwert für den Unterwasserbereich, den der Windparkbetreiber einhalten muss.

Vor den deutschen Küsten werden derzeit etliche Windparks gebaut oder geplant. Mehr als 30 sind genehmigt, mehr als zehn sind bereits im Betrieb oder im Bau. Große Offshore-Windparks sind ein zentraler Pfeiler der deutschen Energiewende. Nach den Planungen der Bundesregierung sollen bis 2030 Turbinenfelder mit einer Gesamtleistung vo 25.000 Megawatt errichtet werden. Das BSH ist für die Genehmigung zuständig und kümmert sich dabei unter anderem auch um Umweltschutzbelange.

Die Fundamente von Windparks gelten in Fachkreisen schon länger als potenzielle neue Biotope für Meeresorganismen. Unter anderem läuft ein Projekt des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) zu Ansiedlung von Hummern zwischen den Windturbinen des Windparks „Riffgat“ vor Borkum.