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Branchengrößen gründen Lobbyverband für Einweggetränke-Verpackungen

Berlin (afp) – Ein neuer Unternehmensverband will sich für die Förderung von Einwegflaschen und -dosen stark machen. Getränkehersteller, Handelsketten und führende Firmen der Verpackungsbranche gründeten am Donnerstag den „Bund Getränkeverpackungen der Zukunft“ (BGVZ), wie dieser in Berlin mitteilte. Der Verband wendet sich nach eigenen Angaben gegen eine Benachteiligung von Getränke-Einwegverpackungen. Deren Umweltbilanz habe sich durch Fortschritte bei der Herstellung und dem Recycling inzwischen stark verbessert.

Unter anderem will der Verband nach eigenen Angaben mit neuen Ökobilanzen bei Regierung und Bundesumweltamt für eine neue Einstufung werben. Zudem wendet er sich strikt gegen Ideen, die bei Verbrauchern sehr beliebten Einwegverpackungen zusätzlich zu bestehenden Einwegpfandregeln mit weiteren „Zwangsabgaben“ zu belegen und so unattraktiver zu machen. „Eine Diskriminierung von Einweggetränkeverpackungen darf es nicht geben“, erklärte BGVZ-Geschäftsführer Wolfgang Burgard. Das bestrafe Kunden sowie Hersteller und Handel.

An der bisherigen Pfandregelung hält der Verband aber fest. Er fordert sogar eine Ausweitung auf Frucht- und Gemüsesäfte, die bislang davon noch ausgenommen sind. „Das Pfandsystem hat sich grundsätzlich bewährt“, erklärte Burgard. Es habe zu deutlich höheren Recyclingraten geführt. Die Ausnahmen machten es aber „inkonsequent und verwirrend“.

Zu den Gründern des BVGZ gehören Branchenriesen wie die beiden Discounter Aldi und Lidl, die Getränkehersteller Red Bull und PepsiCo sowie Dosenproduzenten wie die Firmen Ball und Rexam.

Der Pfand auf Einwegverpackungen für zahlreiche Getränkesorten war 2003 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführt worden. Sie wollte so die Verbreitung dieser als umweltschädigend geltenden Verpackungen einschränken. Mittlerweile kaufen aber immer mehr Menschen Einwegdosen oder -flaschen. Zuletzt nahmen immer mehr Supermarktketten nach jahrelanger Verbannung wieder Getränkedosen in ihr Sortiment auf. Deshalb ist auch eine zusätzliche Abgabe im Gespräch.

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