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Philippinische Arbeiter berichten von Misshandlung in Saudi-Arabien

Manila (afp) – Philippinische Gastarbeiter, die nach einem Großeinsatz gegen Einwanderer in Saudi-Arabien in ihre Heimat abgeschoben worden sind, haben von Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte in dem arabischen Königreich berichtet. „Sie behandelten uns wie Tiere“, sagte die ehemalige Hausangestellte Amor Roxas, nachdem sie am Montag in Manila eingetroffen war. Die saudiarabische Polizei habe sie und andere Arbeitsmigranten vier Tage lang in eine überbelegte Zelle gesperrt, dann seien die Inhaftierten zum Flughafen gebracht worden. „Unsere Füße waren angekettet“, sagte die 46-Jährige unter Tränen.

Insgesamt trafen am Montag 30 philippinische Arbeiter aus Saudi-Arabien in Manila ein. Sie gehörten zu geschätzten 6700 Philippinern, die in dem arabischen Land festsaßen, nachdem am Wochenende eine Amnestie für Ausländer ohne Aufenthaltspapiere abgelaufen war. Nach Angaben der Organisation Migrante International, die sich für philippinische Gastarbeiter einsetzt, warten in Dschiddah derzeit 1700 Philippiner auf Dokumente, die ihnen die Ausreise ermöglichen. Insgesamt 5000 weitere Philippiner säßen demnach in der Hauptstadt Riad sowie in Al Chobar und Dammam fest.

Laut Migrante International will Saudi-Arabien neben den Philippinern auch andere Arbeiter ausweisen, die sich ohne reguläre Papiere im Land aufhalten. Die meisten von ihnen stammen aus Asien. Der Vizechef der Organisation, Jejomar Binay, hatte vergangene Woche an die Regierung in Riad appelliert, die Amnestie für die Arbeitskräfte zu verlängern, um ihnen die Legalisierung ihres Aufenthaltsstatus‘ zu ermöglichen.

Rund ein Zehntel der philippinischen Bevölkerung arbeitet im Ausland. Die Überweisungen des dort verdienten Geldes an die Familien in der Heimat sind ein wichtiger Teil der philippinischen Wirtschaft.