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L’Oreal verpflichtet sich zu mehr Nachhaltigkeit

Eine Milliarde neue Konsumenten will der Kosmetikhersteller L’Oreal bis 2020 gewinnen. Mehr Wachstum aber weniger Umweltauswirkungen, so stellt sich L’Oreal seine nahe Zukunft vor. Wie das funktionieren soll erläutert CEO Jean-Paul Agon im Nachhaltigkeitsprogramm „Sharing Beauty With All“. Den Facebook-Freunden gefällt das, fast 700 haben ihren Daumen gehoben.

Clichy (csr-news) > Eine Milliarde neue Konsumenten will der Kosmetikhersteller L’Oreal bis 2020 gewinnen. Mehr Wachstum aber weniger Umweltauswirkungen, so stellt sich L’Oreal seine nahe Zukunft vor. Wie das funktionieren soll erläutert CEO Jean-Paul Agon im Nachhaltigkeitsprogramm „Sharing Beauty With All“. Den Facebook-Freunden gefällt das, fast 700 haben ihren Daumen gehoben.

Die neuen Nachhaltigkeitsverpflichtungen sind durch einen zweijährigen Austausch mit verschiedenen Stakeholdern rund um den Globus entstanden. Ergebnis ist eine Strategie, die sowohl den allgemeinen Unternehmenszielen Rechnung tragen soll, als auch neue Zielmarken für die Unternehmensverantwortung markiert. So hat sich L’Oreal dazu verpflichtet, mit geringeren Umweltauswirkungen mehr zu produzieren. Nachhaltige Innovation, – Produktion,  – Leben und – Entwicklung sind die vier Bereiche auf die sich das Nachhaltigkeitsprogramm konzentriert. „Wenn wir die Entwicklung nachhaltiger Innovationen beschleunigen und den Einfluss unserer Marken nutzen, um Verbraucher zu informieren, schaffen wir ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ermutigen Verbraucher, sich für nachhaltigere Produkte zu entscheiden“, erläutert Jean-Paul Agon die Strategie. Konkret muss jedes in den kommenden Jahren neu entwickelte Produkt einen ökologischen oder sozialen Mehrwert generieren. Beispielsweise sieht die Strategie eine Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks um mindestens 60 Prozent vor. Produkte sollen aus nachhaltig gewonnenen Rohstoffen oder auf Basis grüner Chemie entwickelt und hergestellt sowie umweltfreundlich verpackt werden. Bislang werden die Marken des Konzerns, beispielsweise Garnier, Vichy oder The Body Shop sehr unterschiedlich bezüglich ihrer Umweltverträglichkeit wahrgenommen. Im Sommer hat der BUND in einer Studie die Belastung von Kosmetik mit hormonell wirksamen Chemikalien untersucht. Bei rund 45 Prozent der untersuchten Produkte aus dem Angebot des L’Oreal Konzerns wurde dieser Zusammenhang festgestellt.

Etwa 22,5 Milliarden Euro hat der Konzern im vergangenen Jahr weltweit umgesetzt und damit mehr als 3,5 Milliarden Euro verdient. L’Oreal gehört mit seinen mehr als 72.000 Mitarbeitern zu den Großen der Branche. Im Rahmen der neuen Nachhaltigkeitsverpflichtungen spielen die Mitarbeiter eine besondere Rolle. Bis 2020 sollen alle Mitarbeiter Zugang zu Angeboten aus dem Gesundheitswesen, zur sozialen Absicherung und zu Weiterbildungsmaßnahmen haben, unabhängig davon, in welchem Land der Erde sie arbeiten. Dabei will sich L’Oreal an den Angeboten orientieren, die in dem jeweiligen Land als vorbildlich gelten. Darüber hinaus sollen aber auch die Lieferanten stärker in das Nachhaltigkeitsprogramm einbezogen werden. Zunächst werden bis 2020 alle Lieferanten und Partner nach ihrem ökologischen und sozialen Beitrag bewertet. Damit die Zulieferer auch in ihren eigenen Reihen entsprechende Standards schaffen und umsetzen können, werden sie beispielsweise mit Schulungsmaßnahmen unterstützt. Eine Schnittmenge zwischen dem Unternehmen, den Lieferanten und der Gesellschaft bildet das „Solidarity Sourcing Program“ an dem etwa 20 Prozent der strategischen Lieferanten teilnehmen sollen. Es geht darum benachteiligte Menschen in Unternehmensstrukturen zu integrieren, indem etwa spezielle Ausbildungsangebote entwickelt werden und benachteiligten Menschen ein Beschäftigungsangebot gemacht wird. All diese Einflüsse sollen in der Bewertung von Produkten im Rahmen eines ökologischen und sozialen Profils berücksichtigt werden. Alle Konzernmarken sollen dem Konsumenten Informationen zur Verfügung stellen, die es ihm ermöglichen nachhaltig zu konsumieren. Ziel ist es, für jede Konzernmarke die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu ermitteln und wenn nötig zu verbessern. Die Marken werden einzeln darüber berichten und auf Verbraucherforen die Ergebnisse mit den Konsumenten diskutieren.

Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitsprogramm von L’Oreal:

Die Verpflichtungserklärung „Sharing Beauty With All“ im Internet.

Der Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2012 zum Download.

 

Zu diesen Zielen verpflichtet sich L’Oreal bis 2020:

1. Nachhaltig neue Produkte entwickeln

Bis 2020 werden alle neuen Produkte einen ökologischen oder sozialen Vorteil haben. Jedes neue oder überarbeitete Produkt soll in Bezug auf mindestens eines der folgenden ökologischen oder sozialen Kriterien eine Verbesserung aufweisen:

– Reduzierung des ökologischen Fußabdruckes

– Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen, die nachhaltig gewonnen oder durch Verwendung von Rohstoffen auf Basis der Richtlinien der Grünen Chemie hergestellt wurden.

– Umweltfreundlichkeit der Verpackung

– Soziales Engagement

2. Nachhaltig produzieren

Bis 2020 werden wir unseren ökologischen Fußabdruck um 60 % verringern während gleichzeitig eine Milliarde weiterer Konsumenten unsere Produkte verwenden wird.

– Wir werden die CO2-Emissionen unserer Fabriken und Logistikzentren um 60 % reduzieren (im Vergleich zu 2005).

– Wir werden den Wasserverbrauch pro fertigem Produkt um 60 % reduzieren (im Vergleich zu 2005).

– Wir werden den Abfall pro fertigem Produkt um 60 % reduzieren (im Vergleich zu 2005).

– Es wird kein Abfall deponiert.

– Wir werden unsere beim Transport der Produkte entstehenden CO2-Emissionen pro Produkt um 20 % reduzieren (im Vergleich zu 2011).

3. Nachhaltig leben

Bis 2020 werden wir dem Verbraucher Informationen zur Verfügung stellen, die ihm einen nachhaltigen Konsum ermöglichen, welcher einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft hat.

– Von allen neuen Produkten wird ein ökologisches und soziales Profil erstellt. Alle unsere Marken stellen diese Informationen dem Verbraucher zur Verfügung, damit er einen Beitrag zu nachhaltigem Konsum leisten kann.

– Jede Marke wird  für sich ermitteln, wo ihre Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft am größten ist, und wie sie im Sinne der Nachhaltigkeit eine Verbesserung erzielen kann. Die Marken werden über die Fortschritte berichten und unter den Verbrauchern ein Bewusstsein für nachhaltigen Konsum schaffen.

– Es wird ein Verbraucherforum geben, über das Konsumenten Einfluss auf unsere Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit nehmen können.

4. Nachhaltig entwickeln

a. Mitarbeiter

Bis 2020 werden alle Mitarbeiter von L’Oréal Zugang zu Angeboten aus dem Gesundheitswesen, zur sozialen Absicherung und zu Weiterbildungsmaßnahmen haben, unabhängig davon, wo auf der Welt sie für L’Oréal arbeiten.

– Allen Mitarbeitern werden Leistungen aus dem Gesundheitswesen angeboten. Diese orientieren sich immer an dem, was in dem jeweiligen Land als vorbildlich gilt.

– Allen Mitarbeitern werden Maßnahmen angeboten, die im Fall einer Berufsunfähigkeit oder eingeschränkten Arbeitsmöglichkeit für eine finanzielle Absicherung sorgen.

– Rund um den Globus wird allen Mitarbeiter jährlich mindestens eine Weiterbildungsmaßnahme angeboten.

b. Lieferanten

Bis 2020 werden alle unsere strategischen Partner an unserem Nachhaltigkeitsprogramm teilnehmen.

– Alle strategischen Partner werden nach ihrem ökologischen und sozialen Beitrag bewertet und ausgewählt.

– Alle strategischen Partner werden mit unserer Unterstützung eine Selbstbewertung ihrer Nachhaltigkeitspolitik durchgeführt haben.

– Allen Lieferanten werden Weiterbildungsmaßnahmen von L’Oréal angeboten, mit deren Hilfe sie ihre Nachhaltigkeitspolitik verbessern können.

– 20 % unserer strategischen Lieferanten werden an unserem „Solidarity Sourcing Program“  teilnehmen.

c. Gesellschaft

Bis 2020 werden wir 100.000 Menschen aus benachteiligten Gesellschaftsschichten den Eintritt in die Arbeitswelt ermöglichen. Dies entspricht in etwa der Größe unserer Belegschaft. Dieses Ziel wird durch Programme in folgenden Bereichen unterstützt:

– Solidarity Sourcing

– Integration von Vertriebswegen, die benachteiligten Menschen ein Einkommen ermöglicht

– Ausbildungsangebote im Beauty-Bereich für benachteiligte Gruppen

– Mentoring und Förderung von Bildung in der Gesellschaft

– Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder Menschen aus benachteiligten Gruppen

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