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Bahn bietet Gesundheitsprogramm für ältere Mitarbeiter: Projekt schult geistige und körperliche Fitness

Mit einem speziellen Gesundheitsprogramm für ältere Mitarbeiter stellt sich die Deutsche Bahn auf den demografischen Wandel ein. Das Unternehmen präsentierte am Freitag in Berlin erste Ergebnisse eines Pilotprogramms mit dem Namen „Clever und aktiv in Richtung Alter“ (Clara). Es richtet sich an Mitarbeiter aller Berufsgruppen innerhalb des Konzerns, also sowohl Zugchefs, Kontrolleure und Lokführer als auch Schlosser, Führungs- als auch Reinigungskräfte.

Berlin (afp) – Mit einem speziellen Gesundheitsprogramm für ältere Mitarbeiter stellt sich die Deutsche Bahn auf den demografischen Wandel ein. Das Unternehmen präsentierte am Freitag in Berlin erste Ergebnisse eines Pilotprogramms mit dem Namen „Clever und aktiv in Richtung Alter“ (Clara). Es richtet sich an Mitarbeiter aller Berufsgruppen innerhalb des Konzerns, also sowohl Zugchefs, Kontrolleure und Lokführer als auch Schlosser, Führungs- als auch Reinigungskräfte.

In einem auf vier Monate angelegten Programm können die Mitarbeiter lernen, wie sie ihre körperliche und geistige Fitness nachhaltig verbessern und ihre Leistungsfähigkeit erhöhen können. Ziel des Programms ist die Erkenntnis, „dass man in den eigenen Alterungsprozess selbst positiv eingreifen kann“, sagte Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, der das Programm zusammen mit der Bahn entwickelt hat. Clara solle mit „überkommenen Altersbildern“ aufräumen.

Nach einer Eingangsuntersuchung und Tests der körperlichen und geistigen Fitness sollen die Teilnehmer lernen, wie sie ihre Fitness, Konzentrationsfähigkeit und ihr Denkvermögen verbessern können. Außerdem gibt es Tipps für eine gesündere Ernährung und zur Prävention. In persönlichen Gesprächen werden Strategien entwickelt, wie die körperliche und geistige Entwicklung selbst beeinflusst werden kann. „Die Bahn will auch diejenigen erreichen, die nicht schon aus eigenem Antrieb nach Feierabend den Yoga-Kurs besuchen“, sagte Projektleiterin Simone Mouget.

Der 43-jährige Zugchef Andreas Lojewski aus Berlin hat an dem Pilotprojekt teilgenommen und ist zuversichtlich, dass er die neuen Erkenntnisse weiterhin in seinen Alltag integriert. Er sei überrascht gewesen, „was für Leistungskapazitäten ich habe“, und dass er sich nach drei Monaten tatsächlich besser mehrstellige Zahlen habe merken können. Auch in puncto Stressabbau, Entspannung und Fitness habe er dazugelernt. Nun setze er sich in der Pause nicht immer in den Pausenraum, sondern gehe „auch mal am Rhein spazieren“. Und in der Nachtschicht packe er nun eher ein Butterbrot aus oder koche eine Suppe auf, statt am nächsten Bahnhof zu McDonald’s zu gehen.

Die Bahn wolle nicht nur jährlich 8000 neue Mitarbeiter einstellen, sagte Christian Gravert, Leiter des Gesundheitsmanagements und Leitender Arzt bei der Bahn. „Wir wollen Leute ein Leben lang beschäftigen und älter werdende Mitarbeiter an uns binden“, betonte er. Öffentlicher Personenverkehr und Logistik würden in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen, doch der steigende Personalbedarf könne nicht allein über den Nachwuchs gesteuert werden. Ältere Mitarbeiter seien mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für den Konzern unverzichtbar.

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