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Antidiskriminierungsstelle bietet Firmen vertraulichen Entgeltcheck

Berlin (afp) – Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) bietet Unternehmen ab Montag einen vertraulichen Test an, um ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern aufzudecken. Wer sich prüfen lasse, erhalte ein entsprechendes Zertifikat, sagte die ADS-Leiterin Christine Lüders dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Ich unterstelle keinem Unternehmen, Arbeitnehmerinnen bewusst zu diskriminieren“, sagte Lüders der Zeitung. Dennoch könne es kein Zufall sein, dass Frauen in Deutschland deutlich weniger verdienen als Männer.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes betrug die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern im vergangenen Jahr 22 Prozent. Die Auswertung für die Firmen untersuche das Grundgehalt, Leistungsvergütungen sowie andere Zuschläge auf mögliche Diskriminierungen, sagte Lüders. „Die Ergebnisse werden nicht öffentlich gemacht, sondern intern mit den Personalvertretungen besprochen.“ Es gehe darum, vor allem innerhalb der Unternehmen für Transparenz zu sorgen.

Union und SPD haben sich in ihren Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, in einer großen Koalition die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen gesetzlich durchsetzen. Die Koalitionsarbeitsgruppe für Familie, Frauen und Gleichstellung beschloss mehrere entsprechende Regelungen mit dem Ziel, die Ursachen für Entgeltungleichheit beseitigen, wie die Parteien am Samstag mitteilten.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Internet:
www.antidiskriminierungsstelle.de

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