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"Was Unternehmen vom ältesten Forschungsinstitut der Welt lernen können – der Natur"

Die Evolution ist eigentlich ein großes, integrales Feldexperiment, worin Design-, Funktionalitäts- und Organisationsalternativen in einem Umfeld der erbarmungslosen Konkurrenz getestet werden. Jedes Unternehmen kann durch Analyse und Observation hieraus seinen Nutzen ziehen, wenn es nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. Lassen Sie uns zwei Beispiele aus den Bereichen Design und Organisationsstrukturen betrachten, die schon in die Praxis umgesetzt wurden.

Utrecht (csr-partner) – Die Evolution ist eigentlich ein großes, integrales Feldexperiment, worin Design-, Funktionalitäts- und Organisationsalternativen in einem Umfeld der erbarmungslosen Konkurrenz getestet werden. Jedes Unternehmen kann durch Analyse und Observation hieraus seinen Nutzen ziehen, wenn es nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. Lassen Sie uns zwei Beispiele aus den Bereichen Design und Organisationsstrukturen betrachten, die schon in die Praxis umgesetzt wurden.

Ein Gastbeitrag von Tobias Stöcker

Der größte Teppichfliesenhersteller der Welt heißt Interface Flor. Teppichfliesen wurden in erster Instanz erfunden, um effizienter umgehen zu können mit den unterschiedlichsten Raumgrößen. Jedoch ist das Verlegen der Fliesen komplizierter, wenn bestimmte Muster gelegt werden müssen. Eine der Designlösungen für dieses Problem wurde durch laubbedeckte Waldböden eingegeben, die auch in völlig chaotischen Formen und Mustern eine angenehme Ausstrahlung behalten. Das führte zur Entwicklung von Teppichfliesen mit zufälligen Mustern, die in allen Variationen kombiniert und gelegt werden können. Eine wesentlich effizientere Wahl des Designs als ein strukturiertes Muster und dadurch auch konkurrenzfähiger. Diese Form des Abguckens in der Natur wird Bionik genannt, Biomimicry im Englischen. Die amerikanische Wissenschaftlerin Janine Benyus machte es mit ihrem Buch 1997 weitläufig bekannt und leitet nun das Biomimicry Institute, das sich vollständig hierauf spezialisiert hat.

In der Natur gibt es natürlich auch jede Menge Organisationsstrukturen, wobei bei Tieren vier Formen dominant sind: Schwarm, Herde, Familie und Einzelgänger. Schwarmintelligenz wird im Bereich der Computerforschung oft als Vorbild genommen, aber manchmal auch in Unternehmen. Ein weitbekanntes Beispiel ist Wikipedia, das durch ein globales Netzwerk von Individuen gepflegt wird. Diese Sisyphusarbeit wäre für eine kleine Gruppe Experten praktisch unmöglich zu bewältigen. Da wäre eine schwarmähnliche Organisation viel hilfreicher. Im Bezug auf Schwarmintelligenz, also kollektive Intelligenz und Fähigkeit zur Problemlösung, haben Menschen jedoch einen großen Nachteil gegenüber zum Beispiel den Ameisen. Sie haben die Familie als dominante Organisationsstruktur und sind darum relativ schlecht in dezentraler Selbst-Steuerung. Gerade das Letzte ist aber ein Kennzeichen von Schwärmen. Wie also ist Wikipedia dennoch zu Stande gekommen? Durch Technologie: In diesem Fall das Internet 2.0, ein Managementsystem, das entworfen wurde, um die menschliche Unfähigkeit zum Schwarmdenken zu ersetzten. Es schuf die Möglichkeit, um einfache, voneinander unabhängige Handlungen ausführen zu lassen, die in Kombination ein komplexes Endergebnis erbringen. Das ist das Geheimnis hinter erfolgreichem crowd sourcing.

Fest steht in jedem Fall, dass wir einen Weg gefunden haben, um ein klein wenig Abstand zu nehmen vom Bild der ‚dummen Masse‘, das in 1841 durch Charles Mackay beschrieben wurde. Und die kontinuierliche Analyse der Natur wird noch viele weitere Verbesserungen zuwege bringen, wenn sich Unternehmen trauen, diesen noch jungen und unbekannten Weg zu gehen.

Weitere Inspirationen und Beispiele finden Sie online, zum Beispiel auf www.tinc-ing.org.

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