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„Reduce your Foodprint“: Lebensmittelverschwendung Thema beim Bayer Young Environmental Envoy

Lebensmittelverschwendung ist „der größte Skandal, den wir kennen“. Diese Ansicht vertrat der Leiter des Programms Agrar-Lebensmittel des United Nations Environmental Programme (UNEP), James Lomax, am 14. November in Leverkusen. Ein Drittel der Lebensmittelproduktion ginge auf dem Weg zu den Tellern verloren. Allein das in Europa verschwendete Essen könnte 200 Millionen Menschen ernähren. Lomax: „Das Problem ist nicht die Produktion, das Problem ist der Zugang und die Verteilung.“

Leverkusen (csr-news) – Lebensmittelverschwendung ist „der größte Skandal, den wir kennen“. Diese Ansicht vertrat der Leiter des Programms Agrar-Lebensmittel des United Nations Environmental Programme (UNEP), James Lomax, am 14. November in Leverkusen. Ein Drittel der Lebensmittelproduktion ginge auf dem Weg zu den Tellern verloren. Allein das in Europa verschwendete Essen könnte 200 Millionen Menschen ernähren. Lomax: „Das Problem ist nicht die Produktion, das Problem ist der Zugang und die Verteilung.“

Verschwendung von Lebensmitteln „ist nicht nur ein Erste-Welt-Problem“, so Lomax. „Verschwendung ist überall.“ Der UNEP-Experte kritisierte, dass westliche Supermarktketten ihren Einfluss zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung in der Lieferkette und gegenüber den Endverbrauchern viel zu wenig nutzen würden. Einzelne Handelsketten seien „absolut ignorant.“ Gegenüber CSR NEWS konkretisierte Lomax, dass ein Teil der Probleme in den Lieferketten durch den Preisdruck des Handels gegenüber den Produzenten entstehe. Aufgrund ihrer Einkaufsmacht stünden Handelsunternehmen in einer besonderen Verantwortung dafür, die Themen Gesundheits- und Umweltschutz sowie Förderung von Kleinstfarmern in ihre Lieferketten hineinzutragen.

Die UNEP startete Anfang des Jahres das Programm „Think. Eat.Save. Reduce your Foodprint“, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Website www.thinkeatsave.org bietet Unternehmen Hinweise dazu, wie sie dem Problem Lebensmittelverschwendung begegnen können.

Heike Ostermann, Beraterin für nachhaltiges Ressourcenmanagement bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), wies auf die Notwendigkeit von ganzheitlichen Ansätzen hin. Lebensmittelverschwendung habe nicht nur technische, sondern auch sozio-kulturelle Ursachen, sagte Ostermann. Die Expertin verwies ebenfalls auf eine Website mit weiterführenden Forschungsergebnissen.

Der CEO von Bayer CropScience, Liam Condon, sagte: „Wir brauchen eine neue Revolution in der Landwirtschaft, die auf höhere Produktivität zielt“. Diese müsse allerdings „auf nachhaltige Art und Weise umgesetzt werden“. Eine solche grüne Revolution brauche den technischen Fortschritt und sie müsse sich an den Bedürfnissen der Kleinfarmer orientieren, die 50 Prozent aller Lebensmittel erzeugten. Ein Ziel könne es dabei sein, den Nährgehalt von Früchten zu steigern. Und schließlich gehe es um den Aufbau erweiterter Partnerschaften. Condon weiter: „Die vor uns liegenden Herausforderungen sind so groß, dass sie kein einzelnes Unternehmen lösen kann.“ Wichtig sei auch die Mitwirkung der jungen Generation. Condon: „Revolutionen kommen oft von jungen Menschen.“

Lomax, Ostermann und Condon (Foto oben, von links) sprachen am letzten Tag des „Bayer Environmental Envoy“. An der einwöchigen, in Kooperation mit der UNEP durchgeführten Veranstaltung nahmen 50 junge Unternehmensgründer mit Lösungen für den Umweltschutz aus 19 Ländern weltweit sowie 40 mitreisende Journalisten teil. Die Entrepreneure wurden bei Ausscheidungen auf Länderebene aus über 1.900 Bewerbungen für diesen „field trip“ ausgewählt, bei dem sie Hintergrundinformationen und Handlungswissen für die Umsetzung ihrer nachhaltigen Geschäftsideen erhalten. Von der Diskussion mit den Studierenden zeigte sich der Bayer CropScience-Chef beeindruckt: „Junge Menschen, die sich mit den drängenden Fragen der Sicherung einer ausreichenden und gesunden Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung beschäftigen, verdienen hohe Anerkennung und Unterstützung“, sagte Condon.

Nach 10 Jahren gemeinsamer Jugend- und Umwelt-Projekte wird die Partnerschaft zwischen Bayer und UNEP Ende 2013 auslaufen. Das Unternehmen will sein gesellschaftliches Engagements stärker auf den Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung fokussieren.