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SMART – Neues Nachhaltigkeits-Tool für Unternehmen im Lebensmittelsektor

Frankfurt am Main (csr-news) > Wie nachhaltig ist mein Unternehmen, ist eine Frage, die sich Unternehmen aller Branchen stellen, die aber im Lebensmittelbereich eine höhere Aufmerksamkeit hat. Einen neuen Weg diese Frage zu beantworten hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) entwickelt. SMART heißt die Methode, mit der sich der Status quo ermitteln lässt und mit der Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden.

„Politik und Kunden verlangen zunehmend eine transparente und vergleichbare Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen“, erläuterte Christian Schader, vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau bei der Präsentation des neuen Nachhaltigkeits-Tools SMART auf einer Tagung in Frankfurt. SMART steht für „Sustainability Monitoring and Assessment RouTine“, und ist eine Methode, mit der sowohl Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft als auch landwirtschaftliche Betriebe bewertet werden können. Die Basis von SMART ist das Regelwerk “Sustainability Assessment of Food and Agriculture Systems (SAFA)”, das 2012 von der Welternährungsorganisation FAO veröffentlicht wurde. Damit ging die FAO einen ersten Schritt um die Bewertung von Nachhaltigkeitsleistungen zu vereinheitlichen, und dadurch auch vergleichbar zu machen. Dafür werden die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie, Soziales und Unternehmensführung bewertet. Diese Dimensionen gliedern sich in 20 Themen und insgesamt etwa 60 Zielbereiche. Ein wesentliches Prinzip von SAFA ist die umfassende Betrachtung der Nachhaltigkeitsperformance, ohne einzelne Aspekte isoliert zu betrachten. Dadurch bekommen die Unternehmen einen besseren Überblick und haben so die Möglichkeit an Schwachstellen besser zu arbeiten. Außerdem bietet das System die Vergleichbarkeit auch sehr unterschiedlicher Unternehmen.

Dennoch sind die SAFA-Prinzipien nur ein Leitfaden und kein konkretes Indikatorenset. Das soll sich nun mit SMART ändern, das im Wesentlichen aus einer Datenbank und einem Indikatorenset besteht. Die Bewertung eines Unternehmens oder eines landwirtschaftlichen Betriebs findet in sechs Schritten statt und wird von Experten des FiBL durchgeführt. Dabei werden die Daten von existierenden Analysen, z. B. Klimabilanzen, Ökobilanzen oder Sozialaudits mit einbezogen. Die Ergebnisse am Ende sind sowohl zur Optimierung von Betriebsabläufen und Wertschöpfungsketten gedacht, können aber auch zur Kommunikation mit Stakeholdern verwendet werden. Angeboten werden die Tools als SMART-Unternehmensanalyse und als SMART-Lieferantenmonitoring auch SMART-Farm-Tool genannt. Dieses erlaubt es, landwirtschaftliche Betriebe je nach Größe innerhalb von 1-3 Stunden zu bewerten. Weil so in kurzer Zeit eine große Anzahl von Betrieben abgedeckt werden kann, eignet sich das Tool auch zum Lieferantenmonitoring und zur Nachhaltigkeitszertifizierung.

Während einer einjährigen Pilotphase wurden verschiedene Unternehmen mit SMART bewertet und der Ansatz ausgiebig getestet. Eines dieser Unternehmen war die Firma Allos, ein landwirtschaftlicher Betrieb aus der Schweiz. Allos wurde in den 1970er Jahren als Selbstversorgerprojekt gegründet und hat sich inzwischen zu einer Hof-Manufaktur entwickelt. Biologischer Anbau und eine nachhaltige Betrachtung der eigenen Tätigkeit gehörten dabei immer zum Selbstverständnis. Seit 2005 wird ein inzwischen auch zertifiziertes Umweltmanagementsystem eingesetzt, in der Beschaffung achtet man zudem auf Zertifikate wie Bio, RSPO, UTZ oder FSC. Die Ergebnisse der SMART-Bewertung verdeutlichten den Betreibern den schon hohen Stand der nachhaltigen Bewirtschaftung, zeigten aber im Detail die Verbesserungspotenziale auf. Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse gibt es auf der Website des Unternehmens. Über das Projekt SMART informiert die Website des Forschungsinstituts für ökologischen Landbau.