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Umweltbundesamt beklagt Ex- und Hopp-Mentalität

Berlin (afp/csr-news) – Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hat eine „neue Ex- und Hopp-Mentalität“ der Verbraucher in Deutschland beklagt. Diese kauften immer mehr kurzlebige Billigprodukte, die das Hauptproblem bei der Abfallentstehung seien, sagte Flasbarth am Samstag dem Deutschlandradio Kultur. Das Müllaufkommen sei in Deutschland in den vergangenen Jahren von 441 Kilogramm pro Jahr und Einwohner auf 527 Kilogramm im Jahr 2010 gestiegen.

Vor allem der Plastikmüll müsse eingedämmt werden, forderte Flasbarth anlässlich der Europäischen Aktionswoche zur Abfallvermeidung. Daher unterstütze das Umweltbundesamt die Pläne der Europäischen Union, auch für ganz dünne Plastiktüten im Supermarkt eine Bezahlpflicht einzuführen. Denn diese dünnen Tüten fänden sich auch an den Küsten von Nord- und Ostsee immer häufiger.

Verbraucher sollten besser langlebige Produkte kaufen und zum Beispiel häufiger zu Mehrwegflaschen greifen, empfahl der Präsident des Umweltbundesamtes. Damit könnten sie zur Verringerung des Müllaufkommens beitragen. Das deutsche Abfallsystem mit Recycling und Müllverbrennung sei zwar insgesamt eine „richtige und gute Sache“, sagte Flasbarth. Er wünsche sich aber weitere Fortschritte bei der Wiederverwertung.

Die heute beginnende Abfallvermeidungswoche will europaweit ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Abfall möglichst erst gar nicht entsteht. In Deutschland beteiligen sich Bundes- und Landesbehörden, Stadt- und Kreisverwaltungen, kommunale Entsorgungsunternehmen, Verbraucherzentralen, soziale Einrichtungen sowie Umweltinitiativen in mehr als 110 Gemeinden mit über 170 Veranstaltungen.

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