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Metallbranche zählt eine Million Leiharbeiter und Werkvertragskräfte

Hamburg (afp) – In der Metall- und Elektroindustrie arbeiten laut einer Studie der IG Metall mehr als eine Million Menschen als Leiharbeiter oder mit Werkverträgen. Das entspreche fast einem Drittel der Beschäftigten der gesamten Branche, berichtete der „Spiegel“ am Wochenende vorab aus seiner neuen Ausgabe. Für die bislang unveröffentlichte Studie befragte die Gewerkschaft demnach über mehrere Monate Betriebsräte, um das Ausmaß von Leiharbeit und Werkverträgen in der Metallbranche zu erfassen.

Die Ergebnisse zeigten, wie weit sich „das Krebsgeschwür“ Werkvertrag inzwischen ausgebreitet habe, sagte der designierte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel dem Magazin. Am auffälligsten ist dem Bericht zufolge der Trend in der Automobilindustrie, in der es neben 763.000 Stammbeschäftigten inzwischen 100.000 Leiharbeiter und 250.000 Beschäftigte mit Werkverträgen gebe. In der Stahlindustrie sind es demnach 19.000 Werkvertragsbeschäftigte neben 61.000 Festangestellten.

„Ich habe nichts gegen Werkverträge generell“, sagte Wetzel dem „Spiegel“. Er habe aber „entschieden etwas dagegen, wenn sie genutzt werden, das Lohnniveau massiv zu drücken“.