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Auch Amnesty kritisiert vor WM in Katar Arbeitsbedingungen

Berlin (afp) – Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat die Arbeitsbedingungen für Migranten bei den Vorbereitungen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 im Öl-Emirat Katar heftig kritisiert. Die Organisation dokumentiert in ihrem jüngsten Bericht zu den Arbeitsbedingungen in Katar „ein alarmierendes Ausmaß an Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit“. Viele Arbeiter erhielten monatelang keinen Lohn und würden zur Arbeit gezwungen, indem ihnen mit Abschiebung oder einem kompletten Lohnausfall gedroht werde, sagte Amnesty-Expertin Regina Spöttl.

Der UN-Sonderberichterstatter François Crépeau hatte vor einer Woche kritisiert, bei vielen Einwanderern in Katar würden an ihren Arbeitsplätzen die Menschenrechte verletzt, manche erhielten ihren Lohn nicht oder ihnen werde weniger gezahlt als vereinbart. Ähnliche Missstände dokumentierte nun auch Amnesty: In einem Fall beobachteten Amnesty-Beauftragte demnach, „wie elf Männer erpresst wurden, im Beisein von Regierungsbeamten fälschlich ihren Lohnerhalt zu quittieren, damit sie ihren Pass zurückbekamen“.

Zudem kritisierte Amnesty, die schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen gefährdeten Leben und Gesundheit der Arbeiter auf den WM-Baustellen in dem Emirat. Häufig würden ihnen keine Schutzhelme und nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung gestellt. In überfüllten Unterkünften lebten die Arbeiter zum Teil ohne fließendes Wasser, sanitäre Anlagen oder Strom.

Die Fehlentwicklungen sind laut Amnesty zum Teil auf das sogenannte „Sponsorengesetz“ von 2009 zurückzuführen, das ausländische Arbeiter dazu verpflichtet, die Genehmigung ihres Arbeitgebers einzuholen, wenn sie diesen wechseln oder Katar verlassen möchten.

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