Agenturmeldung Nachrichten

UN-Klimakonferenz einigt sich auf Grundzüge für weltweites Abkommen

Bei der UN-Klimakonferenz in Warschau haben sich die Unterhändler auf Grundzüge eines künftigen Klimaschutzabkommens geeinigt, Hoffnungen auf einen großen Wurf aber enttäuscht. Laut der Vereinbarung vom Samstag sollen bei einer Nachfolgekonferenz im Jahr 2015 Maßnahmen beschlossen werden, um durch reduzierten CO2-Ausstoß die Erderwärmung zu verlangsamen und die Entwicklungsländer finanziell zu unterstützen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mahnte weitere Anstrengungen an.

Warschau (afp) – Bei der UN-Klimakonferenz in Warschau haben sich die Unterhändler auf Grundzüge eines künftigen Klimaschutzabkommens geeinigt, Hoffnungen auf einen großen Wurf aber enttäuscht. Laut der Vereinbarung vom Samstag sollen bei einer Nachfolgekonferenz im Jahr 2015 Maßnahmen beschlossen werden, um durch reduzierten CO2-Ausstoß die Erderwärmung zu verlangsamen und die Entwicklungsländer finanziell zu unterstützen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mahnte weitere Anstrengungen an.

Eigentlich wollten die Delegationen aus mehr als 190 Staaten schon bis Freitagnachmittag den „Grundstein“ für ein weltweit rechtsverbindliches Klimaschutzabkommen legen. Doch erst nach rund 24-stündiger Verlängerung und einer informellen Einigung der wichtigsten Verhandlungsführer stand ein Kompromiss. Die Lastenverteilung zwischen Industriestaaten sowie aufstrebenden Schwellen- und Entwicklungsländern hatte seit dem Beginn der Konferenz am 11. November zu politischen Spannungen geführt.

Das globale Klimaschutzabkommen soll nun Ende 2015 in Paris endgültig fixiert werden und im Jahr 2020 in Kraft treten. Es soll den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase massiv reduzieren und so die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Ära auf zwei Grad Celsius begrenzen. Derzeit werden knapp vier Grad prognostiziert. Aus Sicht aufstrebender Schwellenländer wie China und Indien sind die westlichen Industriestaaten historisch betrachtet die Hauptverantwortlichen für heutige Klimaprobleme.

Auf Druck beider Länder, die ein „Recht auf Entwicklung“ geltend machten, kam in der polnischen Hauptstadt ein abgeschwächter Formelkompromiss heraus. Im verabschiedeten Abschlusstext wurde auf verbindliche Festlegungen verzichtet. Er sieht nur noch vor, dass alle Staaten damit beginnen, ihre „Beiträge“ zum Kampf gegen den Klimawandel abzustecken, die dann 2015 in das globale Abkommen einfließen sollen. Ein verbindlicherer Formulierungsvorschlag Frankreichs wurde vor allem auf Druck Chinas und Indiens getilgt.

Im Gegenzug verhinderten die reichen Länder einen neuen Mechanismus, der ärmeren Staaten einen Ausgleich für wirtschaftliche „Verluste und Schäden“ durch den Klimawandel zugestanden hätte. Die potenziellen Geldgeber hatten eine Verpflichtung zu quasi unbegrenzten Entschädigungen befürchtet. Vereinbart wurde nun, Zahlungen für „Verluste und Schäden“ in einen bereits existierenden Mechanismus mit aufzunehmen, der die finanzielle Unterstützung der ärmeren Länder bei der „Anpassung“ an den Klimawandel regelt. Dieser Kompromiss soll im Jahr 2016 überprüft werden.

Altmaier erklärte zum Abschluss der Konferenz, „alle Beteiligten“ müssten nun „in den kommenden Monaten ihre Hausaufgaben machen“. Deutschland setze sich dafür ein, dass möglichst viele Staaten bereits auf dem im September auf Einladung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stattfindenden Gipfel der Staats- und Regierungschefs Angaben zu ihren Reduktionszielen machen. Grünen-Parteichefin Simone Peter sprach nach der Einigung vom „tristen Höhepunkt einer verschleppten internationalen Klimadiplomatie“.

Kritik kam auch von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, von denen mehrere am Donnerstag aus Protest die Konferenz verlassen hatten. Die Organisation Oxfam, die sich an dem Boykott beteiligt hatte, beklagte eine „Abwärtsspirale“ mit verheerenden Auswirkungen für die ärmsten Staaten der Welt. Die Organisation Germanwatch, die weiter teilgenommen hatte, warf der Europäischen Union eine „Flucht aus der Vorreiterrolle“ vor und ermahnte die künftige Bundesregierung zu „mutigem Handeln“.

Hinterlassen Sie einen Kommentar