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De Maizière will Frauenanteil in der Bundeswehr erhöhen

Berlin (afp) – Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) will den Frauenanteil in der Bundeswehr erhöhen. „Wir haben das ambitionierte Ziel, den Anteil auf rund 15 Prozent zu steigern“, sagte der Minister der „Welt am Sonntag“. Derzeit liege Deutschland mit einem Frauenanteil in den Streitkräften von rund neun Prozent international im Mittelfeld. Bei der anvisierten Steigerung müsste die Bundeswehr die Zahl der beschäftigten Frauen von derzeit rund 18.000 auf knapp 28.000 erhöhen.

Der Verteidigungsminister will zugleich mehr weibliche Generäle. Bisher habe die Bundeswehr unter ihren höchsten Dienstgraden nur einen weiblichen General im Sanitätsdienst, erklärte er. Eine gesetzliche Frauenquote, wie sie Union und SPD für die Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen planen, lehnte de Maizière für die Bundeswehr allerdings ab. „Ich würde es eher eine freiwillige Selbstbindung nennen“, sagte er.

Die SPD forderte in diesem Zusammenhang eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Wer mehr Frauen in der Bundeswehr haben will, muss bessere Arbeitszeitregelungen finden“, sagte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold am Sonntag der Onlineausgabe der „Welt“. In den Koalitionsverhandlungen habe der Minister klare Regelungen dazu rigoros abgelehnt. Eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei den Soldaten von derzeit 48 Stunden ohne verlässlichen Feierabend sei aber wenig attraktiv.

Auch der Deutsche Bundeswehrverband erwartet vom Minister mehr Möglichkeiten der Kinderbetreuung, Teilzeit oder Telearbeit. Dadurch könnten „Frauen mittelbar mehr angesprochen werden“, sagte Oberstleutnant André Wüstner, Vorsitzender der Soldatengewerkschaft, der „WamS“.

Lob für die Fraueninitiative bei der Bundeswehr kam von den Grünen. „Das sind erste Schritte in die richtige Richtung“, sagte die Grünen-Vorsitzende Simone Peter der „Welt“. Gerade die Bundeswehr sei „noch immer weitgehend ein reiner Männerverein“. Allerdings müsse eine Erhöhung des Frauenanteils „auch unbedingt für die männerdominierte Führungsebene gelten“.

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