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Living Wages – Existenzsicherung durch faire Löhne

Die wirksamste Form der Armutsbekämpfung sind faire, existenzsichernde Löhne und davon sind viele Beschäftigte vor allem in den Entwicklungsländern weit entfernt. Eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit veranstaltete Konferenz hat sich mit dem Thema „Living Wages“ beschäftigt. Erste Ergebnisse, H&M-Managerin Helena Helmersson will steigende Löhne in Asien durchsetzen und alle Beteiligten verständigen sich auf eine Absichtserklärung.

Berlin (csr-news) > Die wirksamste Form der Armutsbekämpfung sind faire, existenzsichernde Löhne und davon sind viele Beschäftigte vor allem in den Entwicklungsländern weit entfernt. Eine vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit veranstaltete Konferenz hat sich mit dem Thema „Living Wages“ beschäftigt. Erste Ergebnisse, H&M-Managerin Helena Helmersson will steigende Löhne in Asien durchsetzen und alle Beteiligten verständigen sich auf eine Absichtserklärung.

Im Mittel­punkt der Konferenz stand die Frage, wie die in Menschen­rechts­verträgen, inter­nationalen Konventionen und CSR-Standards formulierte Verpflichtung zu angemessenen, fairen Löhnen ausdrücklich auch in Ent­wick­lungs­ländern umgesetzt werden können. „Wie alle Menschen­rechte, so verwirklicht sich auch das Recht auf angemessenen Lohn nicht von allein, sondern dazu braucht es rechts­staatlich handelnde Regierungen, verantwortliche Unter­nehmen und eine engagierte Zivil­gesell­schaft“, so Bundes­entwick­lungs­minister Dirk Niebel in seiner Eröffnungsrede. „Nur wenn wir alle gemeinsam am gleichen Strang ziehen, kann nach­haltige Ent­wick­lung gelingen – die Ver­besse­rung von Arbeits­bedingungen gehört unbedingt dazu“. Im Zentrum der Konferenz standen daher der Erfahrungs­austausch zwischen allen Akteuren, die Diskussion möglicher Aktivitäten und eine Absichts­erklärung aller Beteiligten. Löhne müssen die Grundbedürfnisse der Beschäftigten und ihrer Familien sichern, so der Tenor der rund 200 Teilnehmer. Außerdem sollte genügend Geld für eine Altersvorsorge und notwendige Bildungsausgaben vorhanden sein. Dass dafür die sogenannten Mindestlöhne oftmals nicht ausreichen, wird am Beispiel Bangladesch deutlich. Bei rund 65 Euro im Monat müsste der errechnete existenzsichernde Lohn liegen, tatsächlich wurden bislang Mindestlöhne gezahlt, die ungefähr der Hälfte entsprachen. Erst kürzlich wurde das Mindestlohnniveau zwar auf 50 Euro angehoben, erreicht aber immer noch nicht die existenzsichernde Grenze.

Auch an diese Mitarbeiter dachte Helena Helmersson, Nachhaltigkeitsmanagerin der Modekette H&M, als sie den Beschäftigten in Bangladesch, Indien oder China für die Zukunft mehr soziale Sicherheit versprach. Helmersson will durchsetzen, dass die von H&M beauftragten Zulieferer ihren Mitarbeitern existenzsichernde Löhne bezahlen. Genau so stellt sich das auch die nieder­ländische Ministerin für Handel und Ent­wick­lung, Lilianne Ploumen vor. Ihr Ministerium war Mitveranstalter der Konferenz. Ploumen: „Wenn es um existenz­sichernde Löhne geht, dann tragen nicht nur die Produktions­länder Ver­ant­wor­tung, sondern auch wir als euro­päische Länder stehen in der Ver­ant­wor­tung für unseren Teil der inter­natio­nalen Liefer­kette. Ich werde mein Bestes tun, existenz­sichernde Löhne umzusetzen. Ich werde dieses Anliegen in allen entsprechenden inter­natio­nalen Foren einbringen: EU, OECD, UN und WTO. Ebenso sollten auch europäische Unter­nehmen, gemeinsam mit Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tionen und Gewerk­schaften, sich zu gerechten Löhnen bekennen und sich in den Produktions­ländern dafür einsetzen. Daher sind mehr Zu­sam­men­arbeit und gemeinsames Handeln notwendig, so wie aktuell im Fall von Bangladesch für sichere Arbeits­bedingungen. Der Wettbewerb um den niedrigsten Preis ist allzu lange auf Kosten von sicheren Arbeits­bedingungen und fairen Löhnen geführt worden“.

Am Ende verabschiedeten die Teilnehmer eine gemeinsame Erklärung, in der sie bekräftigen, sich für existenzsichernde Löhne in den Zulieferketten der multinationalen Konzerne einzusetzen.

Weitere Informationen zum Thema:

Der Global Wage Report 2012/13 von der International Labour Organization (ILO)

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