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Rank a Brand: Nachhaltigkeit deutscher Brauereien bleibt intransparent

Beliebte deutsche Brauereien berichten zu wenig über Nachhaltigkeitsaspekte wie den Klima- und Umweltschutz. Die hierzulande meistverkauften Biermarken Oettinger und Krombacher ließen stattdessen Marketingbotschaften dominieren, berichtet Rank a Brand in seinem „Branchenbericht Bier 2013“. Bei vielen Traditionsbrauereien bleiben Verbraucher fast völlig im Dunkeln. Einzig das Neumarkter Lammsbräu punkte mit vorbildlicher Nachhaltigkeitsleistung. Der noch junge gemeinnützige Verein Rank a Brand will Verbrauchen und Unternehmen zu Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren.

Berlin (csr-news) – Beliebte deutsche Brauereien berichten zu wenig über Nachhaltigkeitsaspekte wie den Klima- und Umweltschutz. Die hierzulande meistverkauften Biermarken Oettinger und Krombacher ließen stattdessen Marketingbotschaften dominieren, berichtet Rank a Brand in seinem „Branchenbericht Bier 2013“. Bei vielen Traditionsbrauereien bleiben Verbraucher fast völlig im Dunkeln. Einzig das Neumarkter Lammsbräu punkte mit vorbildlicher Nachhaltigkeitsleistung. Der noch junge gemeinnützige Verein Rank a Brand will Verbrauchen und Unternehmen zu Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren.

Seit 2011 gibt es Rank a Brand in Deutschland, die niederländische „Mutter“ wurde zwei Jahre zuvor gegründet. Rank a Brand Deutschland wird durch die niederländische „Stichting Rank a Brand“ finanziell unterstützt und der niederländische Gründer Niels Oskam ist in Deutschland Vorstandsvorsitzender. Dennoch arbeite der deutsche Verein mit seinen derzeit elf Mitgliedern selbständig und nach einer eigenen Agenda, sagt Vereinsgründer und Geschäftsführer Mario Dziamski gegenüber CSR NEWS. Dziamski leitet den Vereinsaufbau in Teilzeit und studiert daneben Volkswirtschaftslehre.

Rank a Brand arbeitet mit einem Netzwerk Ehrenamtlicher. Etwa 15 – meist Studierende kurz vor ihrem Abschluss – sind als Ranker engagiert und bewerten die Nachhaltigkeit von Unternehmen anhand von deren Mitteilungen. Die Grundlage dazu bildet ein im Internet veröffentlichter und nach Branchen spezifizierter Fragenkatalog zu den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen bzw. fairer Handel. In einem Peer-Review werden die Rankingergebnisse von Dziamski oder einem anderen Vorstandsmitglied gegengelesen und dann den betroffenen Unternehmen vorgelegt, die diese – etwa durch die Übersendung neuer Informationen – konkretisieren können.

Im finalen Ranking werden die Bewertungen anhand von fünf Label-Stufen dargestellt, die von A (mindestens 75% der Kriterien erfüllt) bis E (weniger als 15% der Kriterien erfüllt) reichen. Im aktuellen „Branchenbericht Bier 2013“ sieht das Ranking so aus:

Über die bekannten deutschen Biermarken hatte Rank a Brand für das Jahr 2012 erstmals berichtet. Bier sei eine „typische Branche, die mit nationalen Marken besetzt ist“, sagt Dziamski. „Darin besteht ein gewisser Wert, wenn man Kontinuität aufzeigt und Entwicklung.“ Kontinuität meint in diesem Falle allerdings eine weiterhin intransparente Berichterstattung: Zu lediglich 18% aller Untersuchungsfragen lieferten die untersuchten Biermarken eine konkrete Antwort – eine Steigerung von lediglich 8% gegenüber dem Vorjahr. So berichtet Warsteiner erstmalig Informationen zur Wassereffizienz, die Carlsberg Group zur Best Practices im Verpackungsmanagement Guinness hat seinen Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch erhöht.

Alleine das Neumarkter Lammsbräu erreichte in der Bewertung den B-Level: Die Brauerei verarbeite als einzige unter den untersuchten Unternehmen zu 100% umweltzertifizierte Rohwaren und weise mit 22,5% den höchsten Anteil erneuerbarer Energien im Gesamtenergieverbrauch für Strom und Wärme auf. Zudem berichte Neumarkter Lammsbräu nicht nur mit konkreten Kennzahlen über Erfolge, sondern auch über mögliche Verbesserungen, so die Ranker. Nur sieben der untersuchten 18 Marken veröffentlichen einen Nachhaltigkeitsbericht.

Die Arbeit von Rank a Brand werde von vielen Unternehmen positiv wahrgenommen, sagt Dziamski. Im kommenden Jahr will der Verein seine Öffentlichkeitsarbeit verstärken.

Rank a Brand Deutschland auf YouTube:

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Foto (von links): Niels Oskam und Mario Dziamski

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