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Behinderte im Arbeitsleben schlecht integriert

Berlin (afp/csr-news) – Vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren Menschen mit Behinderung nach Darstellung einer Förderinitiative weit weniger als ihre Mitmenschen. Die Arbeitslosenquote beispielsweise sei mit 14 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Behinderung, heißt es in dem erstmalig erhobenen und am Montag vorgestellten Inklusionsbarometer der Organisation Aktion Mensch. Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung (3. Dezember) wies die Initiative darauf hin, dass im vergangenen Jahr auch die Zahl der Kündigungsanträge bei den Integrationsämtern im Langzeitvergleich auffällig hoch gewesen sei.

„Zwar hat sich die Lage von Menschen mit Behinderung bereits verbessert, doch es gibt noch viel Handlungsbedarf“, erklärte die Aktion Mensch. Arbeitgeber müssten ihre Einstellung ändern und könnten so auch dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu entschärfen. „Nicht die Defizite, sondern die Fähigkeiten der potenziellen Beschäftigten sollten bei der Einstellung im Fokus stehen“, hieß es weiter. Der ehemalige „Wirtschaftsweise“ Bert Rürup wies darauf hin, dass 80 Prozent der Arbeitgeber in der Praxis überhaupt keine Leistungsunterschiede zwischen Angestellten mit und ohne Behinderung erkennen würden. Grundsätzlich schöpften Mittelständler das Potenzial jedoch noch nicht voll aus, es fehle an Barrierefreiheit und Inklusionsplänen: „Rund ein Fünftel dieser Firmen wissen nicht, dass es staatliche Förderung gibt“, so Rürup. Und nur gut zwei Drittel der Informierten nutzen diese Möglichkeit.

Für das Inklusionsbarometer wurden den Angaben zufolge 402 mittelständische Unternehmen und 807 Mitarbeiter mit Behinderung befragt. Es soll künftig jedes Jahr erhoben werden.

Weitere Informationen der Aktion Mensch zur Inklusion >> im Internet

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