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Weihnachtsmänner wehren sich gegen unfaire Schokolade

Berlin (csr-news) > Mehrere Weihnachtsmänner wollen am 5. Dezember vor dem Weihnachtsmarkt am Berliner Gendarmenmarkt demonstrieren. Sie protestieren gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen von Kakaobauern. Die Demonstration ist Auftakt eines mehrtägigen Streiks. Auch in Österreich, Estland und Tschechien fordern Weihnachtsmänner die Schokoladenindustrie auf, Kakaobauern einen höheren Preis für Kakaobohnen zu bezahlen, gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorzugehen und die Arbeitsbedingungen für Bauern zu verbessern. Die Weihnachtsmänner unterstützen mit dem Streik die Kampagne Make Chocolate Fair! der entwicklungspolitischen Organisation INKOTA. „Wir können es nicht länger mit unserem Gewissen vereinbaren, Schokolade an Kinder zu verteilen, in der Kinderarbeit steckt und bei deren Herstellung Bauern einen Hungerlohn erhalten“, erklärt der Sprecher der Weihnachtsmänner. „Die Kampagne Make Chocolate Fair! hat uns die Augen geöffnet. Wir sind schockiert, unter welchen Bedingungen Kakaobauernfamilien leben müssen.“ In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, arbeiten etwa zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Mehr als 500.000 von ihnen unter Bedingungen, die als ausbeuterisch eingestuft werden und verboten sind. Evelyn Bahn, Koordinatorin der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair!, berichtet, dass der Unmut über die menschenunwürdigen Bedingungen auch in den Kakaoanbauländern zunimmt. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen vieler Bauernfamilien sind so schlecht, dass zukünftige Generationen die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter von Bauern im Kakaoanbauland Ghana bei über 50 Jahren. „Wenn die Schokoladenindustrie nicht endlich anfängt, die Situation der Bauernfamilien ernsthaft zu verbessern, könnten sie bald ein Versorgungsproblem bekommen. Ohne Kakao, wird es keine Schokolade mehr geben“.

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