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Frankreich will von Wirtschaftsentwicklung Afrikas profitieren

Paris (afp) – Frankreich will angesichts seiner Wirtschaftskrise stärker von der Dynamik des afrikanischen Kontinents profitieren. Staatschef François Hollande sagte am Mittwoch bei einem französisch-afrikanischen Wirtschaftsforum in Paris, das Handelsvolumen mit Afrika müsse verdoppelt werden. Er verwies auf einen Bericht, wonach dadurch in Frankreich binnen fünf Jahren 200.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Hollande kündigte während des Forums mit hunderten Wirtschaftsvertretern und zahlreichen Ministern aus Afrika und Frankreich zudem die Gründung einer „Französisch-afrikanischen Stiftung für Wachstum“ im kommenden Jahr an. Die Stiftung solle „Talente unserer beiden Kontinente fördern“. Frankreich fürchtet, bei Investitionen in Afrika den Anschluss zu verlieren, auch weil China auf dem Kontinent zunehmend aktiv ist.

Vor Hollande hatte bereits der französische Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici auf dem Forum die Bedeutung des afrikanischen Kontinents hervorgehoben. „Wir brauchen Afrika“, sagte der Sozialist. „Die Wahrheit ist: Das Wachstum in Afrika zieht uns mit, seine Dynamik unterstützt uns, seine Vitalität stimuliert uns.“ Das Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent habe im vergangenen Jahrzehnt im Schnitt bei mehr als fünf Prozent jährlich gelegen, sagte Moscovici. Afrika dürfe nicht mehr einfach nur als Empfänger von Entwicklungshilfe betrachtet werden.

Die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala rief den französischen Privatsektor auf, im Ringen um Investitionen in Afrika „ein bisschen härter zu arbeiten“: „Glauben Sie mir, wenn Sie diesen Zug verpassen, wenn Sie nicht jetzt in Afrika sind, dann verpassen Sie eine einmalige Chance.“

Das vom französischen Wirtschafts- und Finanzministerium sowie dem Industrieverband Medef organisierte Forum fand kurz vor einem Afrika-Sicherheitsgipfel in Paris statt. Zu dem „Elysée-Gipfeltreffen zu Frieden und Sicherheit in Afrika“ werden am Freitag und Samstag etwa 40 afrikanische Staats- und Regierungschefs erwartet, außerdem UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Themen werden unter anderem Terrorismus, Piraterie sowie Menschen- und Drogenhandel sein.