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Lean & Green Efficiency Award: Ressourceneffizienz braucht mehr als technische Lösungen

Den schonenden Umgang mit Ressourcen wie Energie, Wasser, Mitarbeitern oder Materialien in Unternehmen zeichnet der Lean & Green Efficiency Award aus. „Ressourceneffizienz ist fast immer betriebswirtschaftlich sinnvoll, da die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe teuer eingekauft werden müssen“, sagt Roland Schreiner, Geschäftsführender Gesellschafter der Schreiner Group, dessen Unternehmen in diesem Jahr mit dem Award ausgezeichnet wurde.

Hannover (csr-news) – Den schonenden Umgang mit Ressourcen wie Energie, Wasser, Mitarbeitern oder Materialien in Unternehmen zeichnet der Lean & Green Efficiency Award aus. „Ressourceneffizienz ist fast immer betriebswirtschaftlich sinnvoll, da die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe teuer eingekauft werden müssen“, sagt Roland Schreiner, Geschäftsführender Gesellschafter der Schreiner Group, dessen Unternehmen in diesem Jahr mit dem Award ausgezeichnet wurde.

In der Schreiner Group ist das Thema „Nachhaltigkeit“ ein Teil der Unternehmensstrategie. Der CO2-Footprint wird pro Produkt ermittelt und als Ausgangspunkt für Optimierungen verwendet. Als besondere Stärke hob die Jury das hohe Commitment der Führungskräfte zu Umwelt- und Green-Themen hervor. Drei Fragen stellte CSR NEWS dazu an Roland Schreiner:

CSR NEWS: Herr Schreiner, was bedeutet Ressourceneffizienz für Sie?

Roland Schreiner: Ressourceneffizienz hat für ein produzierendes Unternehmen wie die Schreiner Group mehrere Facetten: Durch das Einsparen von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und die Reduzierung von Emissionen wird die Umwelt entlastet. Gleichzeitig sichern wir uns einen wirtschaftlichen Vorteil, indem wir die Materialkosten in unserem Unternehmen senken. Langfristig trägt dies zu unserer Wettbewerbsfähigkeit und damit zur Sicherung der Arbeitsplätze bei.

An welchen Herausforderungen arbeiten Sie dabei aktuell?

Aktuell arbeiten wir daran, für alle relevanten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Effizienzprogramme festzulegen. Zielsetzung ist es, je 10% Design- und Fertigungsabfall sowie über 165 t CO2-Emissionen pro Jahr einzusparen.

Ist Ressourceneffizienz betriebswirtschaftlich immer ein Gewinn oder ist sie ein zusätzlicher Aufwand? Wie wird sie zum Gewinn?

Ressourceneffizienz ist fast immer betriebswirtschaftlich sinnvoll, da die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe teuer eingekauft werden müssen. Natürlich bedeutet das Betreiben eines Ressourceneffizienzprogramms auch einen gewissen Aufwand, aber wer konsequent und nachhaltig daran arbeitet, kann im Ergebnis viele Kosten sparen und Gewinne erzielen. Nicht vergessen darf man die positiven Auswirkungen auf das Image und das Verhältnis zu den Stakeholdern. So ist das Thema Ressourceneffizienz ein immer wichtigerer Baustein in einer langfristigen Kunden-Lieferanten-Beziehung.

Das SKF-Werk Schweinfurt wurde unter anderem für ein ganzheitlich verstandenes Lean-Managementsystem ausgezeichnet, das die Mitarbeiter in den Mittelpunk stellt. Im Rahmen eines sogenannten Six-Sigma-Projekts konnte zudem der Energieverbrauch in der Schleifwasseraufbereitungsanlage deutlich gesenkt werden. Drei Fragen an Manfred E. Neubert, den Vorsitzenden der SKF-Geschäftsführung:

CSR NEWS: Herr Neubert, was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?

Manfred E. Neubert: Nachhaltigkeit ist eine der tragenden Säulen der SKF Unternehmensphilosophie. Wir verstehen darunter die Kombination aus unternehmerisch erfolgreichem Handeln und aktivem Engagement zur Erhaltung der Ressourcen für künftige Generationen. Das eine ist ohne das andere nicht erreichbar. SKF hat dies schon vor über zehn Jahren erkannt und die Verantwortung für die Umwelt gleichberechtigt neben die Verantwortung für die Mitarbeiter, die Region und das eigene Geschäft in ihre Unternehmensziele aufgenommen.

Nennen Sie uns dazu konkrete Projekte.

Wir haben am Standort Schweinfurt viel erreicht, einige Beispiele: Seit 2005 haben wir die CO2-Emissionen und den Wasserverbrauch halbiert. Allein durch die Photovoltaikanlage auf dem Logistikzentrum geben wir seit 2008 jährlich rund 365 Tonnen CO2-Emissionen weniger ab. Die neue Härteanlage für Großlager verbraucht im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen nur 15 Prozent der Energie – und arbeitet wesentlich schneller. Unser Energiemanagementsystem ist bereits nach der neuen und sehr anspruchsvollen ISO 50001 zertifiziert. Sie hilft uns, energieverbrauchende Anlagen effizienter zu betreiben, verbessert die Transparenz und erleichtert die Kommunikation zum Thema, da alle Mitarbeiter einbezogen sind.

Zudem hat SKF schon vor einigen Jahren „BeyondZero“ gestartet, mit dem wir in punkto Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter gehen. Positive Auswirkungen des industriellen Wirtschaftens sollen mögliche negative Auswirkungen ganz aufheben. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette der Produkte betrachtet. Das beginnt bei der CO2 -Bilanz des Rohmateriallieferanten, geht über die Logistikkette, die Fertigung in den Fabriken und die Nutzung beim Kunden bis zur Entsorgung des Produkts.

Ist nachhaltiges Engagement betriebswirtschaftlich ertragreich?

Wir sind überzeugt, dass Investitionen für Umwelt- und Ressourcenschonung auch Investitionen für mehr Effizienz sind – und sich in absehbarer Zeit auch rechnen. Nicht umsonst sind Nachhaltigkeit, Rentabilität, Qualität, Innovation und Geschwindigkeit die zentralen Treiber von SKF.

Die Robert Bosch GmbH punktete mit Energieeffizienzmaßnahmen im Werk Stuttgart-Feuerbach. Dort ist der Energieverbrauch seit 2007 um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Die totalen CO2-Emissionen sanken im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent. Im Rahmen des Energiemanagements werden Maschinen und Anlagen systematisch abgeschaltet, die Antriebstechnik von Maschinen optimiert und Prozesse energieeffizient gestaltet. Das Werk Homburg erfasst in einem sogenannten Energiewertstrom für jeden Arbeitsschritt der Produktion den Energieverbrauch. Das schafft Transparenz und identifiziert die Stellhebel, mit denen sich die Effizienz steigern lässt. Drei Fragen an den Thomas Gönner, den technischen Direktor des Werk Homburg:

CSR NEWS: Was bedeutet Ressourceneffizienz für Sie?

Thomas Gönner: Neben den regenerativen Energien ist Ressourceneffizienz ein wichtiger Baustein bei der Energiewende. Ressourceneffizienz bedeutet für uns weniger Energieverbrauch und erfordert somit weniger Energieerzeugung. Ökologische und ökonomische Ziele können wir parallel verfolgen.

An welchen Herausforderungen arbeiten Sie dabei aktuell?

Wichtige Energieprojekte bei Bosch Homburg sind die Wärmerückgewinnung aus den verschiedenen Fertigungsprozessen, ein energetischer Steckbrief für alle Produkte zur Erhöhung der Transparenz des Energieverbrauchs und die Übertragung gewonnener Erkenntnisse auf neu zu beschaffende Maschinen.

Ist Ressourceneffizienz betriebswirtschaftlich immer ein Gewinn oder ist sie ein zusätzlicher Aufwand? Wie wird sie zum Gewinn?

Wir prüfen unsere Projekte vor Umsetzung immer auf ihre Wirtschaftlichkeit. Wichtig in der Entscheidung sind der zeitliche Verlauf und das Aufwand/Nutzen-Verhältnis innerhalb dieser Projekte. Der hohe Initialaufwand zu Beginn der Aktivitäten wird durch einen großen Nutzen im späteren Zeitverlauf überkompensiert. Insgesamt ist ein ressourceneffizientes Verhalten also ein Gewinn für uns alle.

Der Lean & Green Efficiency Award bewertet Umwelt- und Ressourcenthemen in Kombination mit Lean-Management-Ansätzen. Ein Zusammenschluss von Fachmedien, Hochschulen, Verbänden und Unternehmensberatungen prämiert ganzheitliche Konzepte, die zeigen, dass der verantwortungsvolle und effiziente Umgang mit Ressourcen nicht allein von technischen Lösungen abhängt. Die Gewinner werden von einer Jury mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie und Fachmedien gewählt.

Der Lean & Green Efficiency Award >> im Internet