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Bundesagentur für Arbeit – Energieverbrauch um 48 Prozent gesenkt

Nürnberg (csr-news) > Die IT der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat das von der Bundesregierung gesteckte Energieeinsparziel deutlich übertroffen: Die Aktivitäten der IT der BA sorgten in den vergangenen fünf Jahren für Einsparungen von über 48 Prozent – gefordert waren „nur“ 40 Prozent. Das Ziel war sehr ambitioniert: Um 40 Prozent sollten die IT-Energieverbräuche aller Ressorts des Bundes gesenkt werden – und das in einem Zeitraum von 2009 bis 2013. Der Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) spielte bei der Zielerreichung eine entscheidende Rolle: Mit 42 Prozent Anteil am IT-Gesamtenergieverbrauch des Bundes ist das BMAS der mit Abstand größte Energieverbraucher. Die IT der BA wiederum verantwortet davon mit rund 75 Prozent den Löwenanteil. Der Erfolg der BA – die eine der größten IT-Landschaften in Deutschland betreibt – war folglich beim Erreichen des gestellten Bundesziels Pflicht. Basis für die Berechnung war der IT-Energieverbrauch im Jahr 2009: Für die BA bedeutete das 208 GWh. Dieser konnte zum Stichtag am 30. September 2013 auf 107 GWh reduziert werden. Zum Vergleich: Die Gesamteinsparung von 48,4 Prozent entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 28.600 Vierpersonenhaushalten.

Die Erfolge bei der Energieeinsparung wurden mittels Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern erzielt: Das erste Handlungsfeld betrifft den Einsatz verbrauchsoptimierter Hardware und die Sicherstellung einer optimalen Serverauslastung. Dazu zählen u. a. die Migration von Solaris-Enterprise-Systemen auf x86-Plattformen und die Steuerung der System- und Rechenzentrums (RZ)-Auslastung nach dem CADE-Standard (Corporate Average Data Efficiency, gibt die Effizienz eines RZ in Prozent an). Beim zweiten Handlungsfeld liegt der Fokus auf der Einführung virtualisierter Plattformen und der Steuerung der Serverbetriebszeiten. Durch eine deutliche Erhöhung des Virtualisierungsgrades wurde die Softwareproduktionsumgebung optimiert. Dadurch konnten viele physikalische Systeme abgebaut werden. Das dritte Handlungsfeld bezieht sich auf die IT-Arbeitsplätze. Neben einer deutlich verringerten Anzahl an Arbeitsplatzdruckern waren die automatisierte Abschaltung der PCs außerhalb der Dialogzeiten durch das System intelligent PowerON (iON) und der Einsatz energiesparender TFT-Bildschirme die Schlüssel zum Sparerfolg. Das größte Einsparpotenzial bot das vierte Handlungsfeld. Die Konsolidierung der dezentralen Rechenzentren und die damit verbundene Abschaltung von bundesweit 930 Klimaanlagen und 200 USV-Systemen. Die Vorrausetzung hierfür war eine Konsolidierung und Zentralisierung der dezentralen Server. Das fünfte Handlungsfeld betrifft die drei zentralen Rechenzentren der BA. Auch diese boten enormes Potenzial. Neben den bereits erwähnten Maßnahmen führten hier vor allem der Einsatz freier Kühlung, eine direkte Serverschrankkühlung sowie eine konsequente Warm-/Kaltgangtrennung zum Erfolg.

Die Zukunft hat man in Nürnberg schon im Blick: Weitere Einsparpotenziale wurden bereits identifiziert und die dazugehörigen Maßnahmen umgesetzt. Die Prognose bis Ende 2013 bestätigt das Vorgehen: Der IT-Gesamtenergieverbrauch wird bis dahin auf 104.300 MWh gesenkt, was einer Einsparung von ca. 49,8 Prozent entspricht. Der IT-Energieverbrauch wurde dann innerhalb von fünf Jahren halbiert. Raimund Becker, Vorstandsmitglied der BA: „Wir haben das Thema Green IT schon vor Jahren in unsere IT-Strategie aufgenommen. Die deutliche Übererfüllung des ambitionierten Bundeszieles zeigt, dass unsere konsequente strategische Vorgehensweise sich ausgezahlt hat. Nun gilt es, den erreichten Stand mindestens zu halten, denn: Die Anforderungen an die IT werden weiter wachsen“.

 

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