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Klinik-Konzern Rhön soll Putzkräfte ausgebeutet haben

München (afp) – Der Rhön-Konzern, einer der größten privaten Klinikbetreiber in Deutschland, soll einem Bericht zufolge jahrelang Putzkräfte systematisch ausgebeutet haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Zoll-Untersuchungen, dass zahlreiche Beschäftigte ausgesagt hätten, sie seien unter Druck gesetzt worden, regelmäßig länger zu arbeiten als vereinbart. Die Überstunden seien nicht bezahlt worden.

Demnach soll der Rhön-Konzern auf diese Weise den gesetzlichen Mindestlohn unterlaufen haben. Das Unternehmen betreibe sechs eigene Reinigungsgesellschaften mit mehreren tausend überwiegend weiblichen Beschäftigten. Sie putzen dem Bericht zufolge in mehr als 40 Kliniken Patientenzimmer, Operationssäle und Krankenhausstationen. Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittle gegen zahlreiche Führungskräfte der Rhön-Reinigungstöchter, weil sie in den Jahren 2007 bis 2011 Mindestlöhne vorenthalten haben sollen.

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ laufen Bußgeldverfahren gegen die Reinigungsbetriebe. Außerdem verlangen die Sozialversicherer Nachzahlungen in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro für nicht abgeführte Beiträge. Die Rhön AG weist die Vorwürfe demnach zurück und spricht von falschen Berechnungen.