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Fortschrittsindex 2013 – Lebensqualität aktuell vermessen

Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt hat, inzwischen in dritter Auflage, den aktuellen Fortschrittsindex 2013 veröffentlicht. Er fasst die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte des Fortschritts für 22 Länder zusammen. Deutschland lag im Jahr 2012 auf dem vierten Platz hinter Norwegen, Neuseeland und Australien. Von 2002 bis 2012 haben Südkorea, Norwegen, Neuseeland und Deutschland den grössten Fortschritt gemacht.

Frankfurt am Main (csr-news) > Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt hat, inzwischen in dritter Auflage, den aktuellen Fortschrittsindex 2013 veröffentlicht. Er fasst die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte des Fortschritts für 22 Länder zusammen. Deutschland lag im Jahr 2012 auf dem vierten Platz hinter Norwegen, Neuseeland und Australien. Von 2002 bis 2012 haben Südkorea, Norwegen, Neuseeland und Deutschland den grössten Fortschritt gemacht.

Im Fortschrittsindex werden die vier Grössen Einkommen, Gesundheit, Bildung und Umwelt zusammengefasst. Konkret werden dafür das Nettonationaleinkommen, die Lebenserwartung Neugeborener, die Ausbildungsjahre und der ökologische Fussabdruck ermittelt. Wichtigstes Ergebnis, Norwegen belegt weiterhin den ersten Platz und konnte 2012 sogar den Abstand zu den nachfolgenden Nationen weiter ausbauen. Die Norweger erreichten das höchste Nationaleinkommen pro Kopf und produzieren dabei gleichzeitig den kleinsten ökologischen Fussabdruck. Im Bereich der Bildung erzielten sie das zweithöchste Bildungsniveau, lediglich die Lebenserwartung bewegt sich im Mittelfeld. Mit deutlichem Abstand folgen Neuseeland, Australien, Deutschland und Japan auf den Plätzen 2 bis 5, dicht gefolgt von der Schweiz, Schweden, Kanada und den USA. Die Gesamtbewertung der Länder auf den Plätzen 2 bis 9 unterscheidet sich kaum, allerdings mit deutlichen Unterschieden in den Einzelergebnissen. So ist in Neuseeland der ökologische Fussabdruck sehr niedrig, allerdings auch das Einkommen. In den USA ist es genau andersherum, das zweithöchste Einkommen auf Kosten des drittgrössten ökologischen Fussabdrucks. Deutschland bewegt sich mit allen Aspekten eher im Mittelfeld, lediglich im Bereich der Bildung ist das Abschneiden überdurchschnittlich. Am unteren Ende der Rangliste für 2012 liegen Griechenland, Dänemark und mit etwas Abstand Portugal. Interessanterweise haben die Dänen den grössten Fussabdruck und gleichzeitig die zweitniedrigste Lebenserwartung – ein Ergebnis wie in den vorangegangenen Erhebungen. Insgesamt haben sich die Resultate aus 2009 und 2011 bis auf geringfügige Verschiebungen bestätigt. Die deutlichsten Verbesserungen erreichten Länder, in denen Einkommen und Lebenserwartung zulegten, beispielsweise Südkorea. Das schlechte Abschneiden Griechenlands ist dagegen wesentlich, auf die schrumpfenden Einkommen zurückzuführen.

Echten Fortschritt erreicht ein Land nur, wenn es die natürliche Umwelt so wenig wie möglich belastet, schreiben die Autoren. Ausdruck dafür ist der ökologische Fussabdruck, der im Fortschrittsindex auf Daten des Global Footprint Network basiert. Berücksichtigt wird in diesen Berechnungen die Belastung der natürlichen Umwelt durch den Konsum der Einwohner eines Landes: Wenn ein Deutscher also Bekleidung kauft, die in China mit grosser Umweltverschmutzung hergestellt wurde, wird diese Verschmutzung Deutschland zugeordnet und nicht China. Im aktuellen Index weisen Norwegen und Neuseeland den kleinsten Abdruck auf, lagen aber trotzdem über dem Wert, der für die Erneuerungskapazität der Erde verwendet wird. Länder, die diesen Wert um ein Vielfaches übersteigen, schneiden im Index entsprechend schlecht ab. Im aktuellen Fortschrittsindex sind dies die USA, Belgien und Dänemark. Für Deutschland wurden kaum Veränderungen festgestellt – wir sind also weder Vorreiter noch Nachzügler.

Der Fortschrittsindex 2013 zum Download.