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Deutsche Bank will auf Kritiker zugehen

München (afp) – Die Deutsche Bank will auf ihre Kritiker zugehen und kommendes Jahr auf einer Konferenz über die umstrittene Agrarspekulation diskutieren. „Wir werden im nächsten Jahr die Kritiker zu einer wichtigen Konferenz einladen, um mit ihnen über Agrarmarktspekulation zu sprechen“, sagte der Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen in einem gemeinsamen Interview mit seinem Kollegen Anshu Jain mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). Die Bank hatte Anfang Dezember bekannt gegeben, aus dem physischen Handel mit Rohstoffen auszusteigen, nicht aber aus dem Handel mit Finanzprodukten.

„Es ist populär zu sagen, dass die Banken zum Hunger in der Welt beitragen. Aber das stimmt einfach nicht“, sagte Fitschen. Insgesamt empfinden die beiden Co-Chefs die Kritik an ihrer Bank aber nicht als unfair. „Von außen wäre ich genauso hart in der Kritik. Wir werden zu Recht kritisiert“, sagte Jain. Allerdings heiße dies nicht, dass er mit jedem Kommentar einverstanden wäre. Die Deutsche Bank sei heute viel sicherer als früher und führe den Kulturwandel in der Branche an, sagten beide.

Daher habe sich Fitschen auch gegen den Vorwurf von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gewehrt. „Wenn wir in der Öffentlichkeit die Botschaft unkommentiert ließen, dass sich nichts verändert hätte, würden wir ein falsches Signal senden“, sagte Fitschen. Jain sagte, sie seien „enttäuscht, dass es die Politik noch nicht geschafft hat, global ein faires Spielfeld zu schaffen“. Die Bank sei nicht für weniger, sondern sogar für mehr Regulierung. Allerdings lehne sie Eingriffe in „sinnvolle Geschäftsmodelle“ ab.

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