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Bangladesch: Polizei erschießt Textilarbeiterin

Dhaka (afp) – Bei einem Polizeieinsatz gegen protestierende Arbeiter im Süden von Bangladesch wurde eine junge Frau getötet. Nach Gerüchten über angebliche Lohnkürzungen waren in einem Industriegebiet in der Hafenstadt Chittagong, in der ein südkoreanischer Schuh- und Bekleidungskonzern produzieren lässt, rund 5000 Arbeiter auf die Straße gegangen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Tränengas ein und schoss in die Menge, nachdem Demonstranten eine Fabrik verwüstet und Polizisten angegriffen hatten. Dabei wurde eine 20-jährige Frau durch einen Kopfschuss getötet, wie ein Polizeisprecher sagte. Medienberichten zufolge wurden mindestens 15 Menschen verletzt, darunter auch Polizisten.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilhersteller der Welt. Die Branche beschäftigt fast vier Millionen Menschen, überwiegend Frauen. In den vergangenen Monaten waren zehntausende Arbeiter für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gegangen. Die Proteste weiteten sich aus, nachdem im April das Fabrikgebäude Rana Plaza in einem Vorort von Dhaka eingestürzt war und mehr als 1.100 Menschen getötet wurden.

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