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20.000 Teilnehmer zu Demo gegen Agrarindustrie erwartet

Berlin (afp) – Rund 20.000 Teilnehmer erwartet ein Bündnis von Verbraucher- und Tierschutzorganisationen am Samstag bei einer Kundgebung gegen die aktuelle Agrarpolitik in Berlin. Aus dem ganzen Land wollten Demonstranten mit Bussen anreisen, zudem hätten sich mehr als 50 Bauern mit ihren Traktoren angemeldet, erklärten die Organisatoren am Montag in Berlin. Die Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ wird zum vierten Mal abgehalten.

Neben Kritik an der industriellen Fleischproduktion und dem Einsatz von Gentechnik wollen die mehr als 100 Unterstützerorganisationen am Samstag vor allem das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA in den Blickpunkt rücken. Sie fürchten, dass nach Abschluss des Vertrags unter anderem mehr chemisch behandeltes Fleisch in Europa auf den Markt kommt.

Bauernpräsident Joachim Rukwied kritisierte die Organisatoren der Großdemo. Ihn ärgerten Auftritte von „Ideologen, die immer in der gleichen Art und Weise versuchen, bildlich gesprochen, Gülle über redlichen Bauernfamilien auszuschütten, indem sie falsch informieren und Angst schüren“, sagte Rukwied der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Montag. Solche Gruppen hätten „den Pfad der demokratischen Grundregeln verlassen“ und gefährdeten den sozialen Frieden.

Es sei ein „Zerrbild“, wenn hierzulande von einer flächendeckenden Agrarindustrie gesprochen werde, kritisierte Rukwied weiter. „Unsere Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch familienbäuerliche Strukturen“, sagte er der Zeitung.

Am Freitag beginnt in Berlin die Internationale Grüne Woche, die weltgrößte Leistungsschau der Ernährungsindustrie. Partnerland ist in diesem Jahr Estland.

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